Lebensnah

Bodenständig und alltagstauglich sein?

Manchmal fesseln mich Kommentare unter meinen Blogbeiträgen so sehr, dass ich sofort darüber nachdenken und schreiben muss.
„Andererseits bin ich aber so fest mit meinem Leben verwurzelt, das es mir schwer fällt, mir mich selbst auf einem Road-Trip vorzustellen.“
Diesen Satz von ichdupasst kann ich eins zu eins auf mich projizieren.
Ich weiß wofür ich dankbar bin, was mir das Leben geschenkt hat, dass ich glücklich und gesund sein darf. Trotz einiger Rückschläge in meinem Dasein und auch in diesem Jahr, stehe ich mit beiden Beinen auf der Erde. Vor mir, hinter mir, neben mir stehen liebe Menschen, Familie, Freunde. Mit ihnen teile ich das Leid und die Freude. Mit ihnen teile ich die Tränen und das Lachen, meine Gedanken und Wünsche.

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Ich war nie sesshaft

Trotz alledem war ich nie der Mensch der lange an einem Ort blieb. Mich trieb es in die Welt, die mich lehrte, die mich erwachsen werden ließ, die mich formte, die mich zu dem machte der ich heute bin.
Nicht zuletzt prägten mich die Bekanntschaften die ich auf den Reisen machte und jede Einzelne gab mir einen Teil meiner Erinnerungen und meines heutigen Denkens mit.

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Meine Wurzeln trieben mich nach Hause

Ich habe diese Road Trips hinter mir und wünschte manchmal sie wären nie geendet. Das Gefühl in die weite Welt zu blicken und ganz auf sich allein gestellt zu sein ist unbeschreiblich schön.
Es schenkt Kraft, Energie und Selbstbewusstsein!
Jedoch hat es mir auch gezeigt, wo meine Wurzeln sind. Der Drang nach einem zu Hause, nach meiner Familie und Geborgenheit entfaltete sich über dem rastlos Sein. Ich suchte die Sicherheit in meinen vier Wänden.

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Bodenständig und alltagstauglich sein?

Vielleicht bringt es das Alter mit sich?
Bodenständigkeit und alltagstauglich. Nicht mehr Rock `n` Roll, nicht mehr das Treiben der Welt erkunden. Bin ich das wirklich? Tief in meinem Herzen breche ich immer wieder aus, dorthin wo ich frei bin, tanzen kann, dorthin wo ich niemanden eine Rechenschaft schuldig bin.
Ich bin dankbar, dass ich so vieles erleben durfte, dass ich diese Freiheit leben konnte, aber ich bin auch dankbar für meinen Alltag, für den Boden unter meinen Füßen und den Halt meiner Liebsten.

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Ausbrechen und bodenständig sein zugleich?

Geht das?
Ich bin mir bewusst, dass Beides nicht ganz zu vereinen geht, dass man lernen muss Prioritäten zu setzen, akzeptieren sollte, dass ein Leben auf den Strassen der Welt irgendwann vorbei sein sollte. Schließlich möchte man geruhsam alt werden, für seine Familie präsent sein und sich in Sicherheit wiegen.
Einige werden sagen, das man nie zu alt für den Ausbruch ist, andere geben mir Recht und leben das Leben in einem Maße des Ausgleichs zwischen Ausbruch und den eigenen vier Wänden.

Trotzdem schenke ich mir den Ausbruch aus dem Alltag!

Wie ich ausbreche? Nicht mehr so wie damals! Mein Rucksack ist gefüllt mit Erlebnissen von denen ich zehre.
Trotzdem habe ich meine kleinen Wege gefunden um den Rucksack ab und an ein klein wenig voller werden zu lassen:
Tanzen, rocken, den Körper zum Rhythmus von Rockmusik bewegen, etwas was mich vergessen lässt, meine Muskeln entspannt, meinen Kopf frei macht.
Reisen, so oft es geht, dorthin wo ich atmen kann, wo die weite der Natur mich umgibt.
Lachen, aus tiefstem Herzen, ausbrechen aus der starren Mimik in die Falten der Gesichtsmuskeln hinein.
Schreiben, all das zu Papier bringen was mich bewegt!
Fotografieren, Momente festhalten und teilen.
Alte Bilder rauskramen und in Erinnerungen schwelgen.
Mit Familie und Freunden Zeit verbringen, gemeinsam essen, reden, die Zeit genießen.
Meine kleinen Geheimnisse hüten wie meinen Augapfel
Spazieren und die Natur aufsaugen.

Wie denkt ihr über das Thema? Seid ihr Weltenbummler oder bodenständig, oder vereint ihr Beides?

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46 Kommentare zu “Bodenständig und alltagstauglich sein?

  1. So schöne Gedanken. Ich bin ziemlich bodenständig und brauche die Nähe zu meiner Familie. In die Ferne reise ich genauso gerne, wie auch wieder nach Hause kommen. Wichtig ist mir nur, dass entweder meiner Familie oder aber ziemlich enge Freunde bei mir sind. Ich mag es, von ihnen umgeben zu sein und diese Wärme und Liebe zu spüren. Das Meer, die Berge, mein Bullerbü oder die ganz weite Welt, alles mag ich. Aber ich bin auch immer wieder gerne hier bei mir, in meinen 4 Wänden mit meinem einfachen Kaffee und meinen Apfelbäumen…

    Sei lieb gegrüßt,
    Doreen
    http://www.hedmee.de

    1. Liebe Doreen,
      das hast du wunderschön geschrieben und ich empfinde dir nach!
      Die weite Welt ist toll, aber die Liebsten um einen herum genauso sehr.
      Liebe Grüße!

  2. Ich bin generell recht bodenständig. Brauche einen festen Rahmen, viel Sicherheit, mag keine Veränderungen und Überraschungen, brauche meine Familie und den Alltag sehr. Aber es gibt auch diese kleinen Momente, die ich mir in jedem Jahr schaffe. Mal nicht Mutter sein, mal keine Verantwortung tragen, mal wieder 16 sein….Live-Musik ermöglicht mir diese Ausbrüche. Einige Stunden frei sein, träumen, um anschließend frisch zu meinen Liebsten zurückzukehren. Einen Mann an meiner Seite zu haben, der das mit mir teilt und mich machen lässt ist wundervoll. 16 sein möchte ich nicht mehr…aber ab und zu einen Blick dorthin werfen zu können ist für mich existentiell. Ebenso wie unser Mädchen im Arm zu halten und ihr Lachen sowie ihre Freude am Leben zu beobachten zu dürfen. 🙂

    1. Das hast du soooo schön geschrieben und so kenne ich dich auch!
      Stolze Mama, liebende Ehefrau und auch ab und zu ein verrücktes Mädchen mit Träumen und Rückblicken sowie tollen kleinen Momenten.
      Liebste Grüße!

  3. Ein toller Text! Ich schätze, ich bin wohl eher bodenständig. Ich reise zwar gerne, freue mich aber auch immer wieder auf Zuhause und liebe unsere kleine Burg, wo wir die metaphorische Zugbrücke hochziehen und ganz für uns sein können =)
    Love, Héloise
    Et Omnia Vanitas

  4. Liebe Jenny,
    wir haben gerade Koffer gepackt. Morgen fliegen wir kurz weg. Ich bin so zerissen. Wenn ich da bin, will ich weg und wenn ich weg bin freue ich mich auf zu Hause 🙂 Ziemlich schräg, ich weiß 🙂
    LG Natascha

  5. Eigentlich wäre ich wohl von meinen Anlagen her sehr bodenständig. Andererseits ist mir schnell langweilig und ich fühle mich dann eingeengt.
    Ich glaube, dass Freiheit etwas ist, was man in sich selbst tragen muss. In der Jugend rennt man herum, läuft um die Welt, weil man die Freiheit ausprobieren muss. Aber die wirkliche Freiheit ist die Freiheit der Gedanken, die Freiheit der eigenen Meinung, die Freiheit der Träume. Und die Freiheit, dass man den ganzen Kram um einen herum auch wieder aufgeben könnte, wenn es denn so wäre.
    Zwischendurch einmal blau machen, tanzen, Spaß haben usw. gehört mit zum Freisein.
    LG
    Sabienes

    1. Liebe Sabienes,
      das hast du wunderschön beschrieben! Ich vermute, je älter man wird, desto mehr versteht man diese „Freiheit“ und sie wird zu etwas ganz Besonderem.
      Liebe Grüße!

  6. Ein schöner Text 🙂 Ich verreise gerne, allerdings bekomme ich nach spätestens einer Woche Heimweh und will wieder zurück, auch wenn es an meinem Reiseort traumhaft schön ist.
    Liebe Grüße!

    1. Hey,
      nein das Gefühl kenne ich so gar nicht. Oftmals möchte ich viel länger bleiben. Aber ja, nach drei Wochen würde es mich wahrscheinlich auch wieder nach Hause ziehen.
      Liebe Grüße!

  7. Ich liebe das Meer und das Reisen, aber ich muss auch immer wieder zurück zur Heimat. Ich fühle mich an vielen Orten zuhause, aber Heimat ist das Schönste. Momentan fällt es mir schwer mal richtig loszulassen und Spaß zu haben, aber ich bemühe mich auch wenn es schwer fällt. Liebe Grüße von Silvia

    1. Hey Silvia,
      ich hatte auch mal eine kurze Zeit, in der ich gar nicht weg wollte, aber das lag an familiären Umständen. Ansonsten freue ich mich zwar auch immer auf die Heimat, aber genauso sehr, aus dieser auszubrechen!
      Liebe Grüße!

  8. Servus Jenny,

    ich bin eine absolute Heimatpflanze. Mich hat es nie in die große weite Welt gezogen, was aber nicht heißen soll, dass ich nicht gerne in den Urlaub fahre, um Neues kennenzulernen. 🙂

    Eine schöne Restwoche und herzliche Grüße – Tati

    1. Liebe Tati,
      ja so schätze ich dich auch ein. Ich denke auch, dass Mütter generell mehr Heimat gebunden sind als ich es ohne Kinder bin.
      Liebe Grüße an dich zurück!

    1. Hey,
      ja das kenne ich. Ich bin auch sehr viel umgezogen und vielleicht ist das auch ein Punkt, der mich hat etwas sesshafter werden lassen.
      Liebe Grüße!

  9. Sehr schöner Artikel, ich bin gerade dabei, etwas auszubrechen, das bodenständige habe ich jetzt jahrelang gehabt, bin gefesselt durch die Pflege meiner Schwiegermutter und versuche, sooft es geht dem zu entfliehen. Ich habe mir dieses Jahr schon zweimal eine Reise gegönnt, die nächste ist schon geplant. Und wenn ich auch gerne einfach für immer weggehen wollte… meine Familie, vor allem meine Enkelkinder, die würde ich niemals alleine zurücklassen wollen…

    1. Liebe Christa,
      du machst das ganz richtig- Reisen ist sehr wichtig.
      Ich könnte meine Familie auch nicht zurück lassen, da sind wir uns gleich.
      Liebe Grüße!

  10. Ich brauche irgendwie beides. Einerseits immer wieder Abenteuer, Neues und Reisen und andererseits eben dieses beständige Zuhause, in das ich immer wieder (gerne) zurückkehren kann/will.

    Tatsächlich wohnen in Cinque Terre kaum noch Leute… die meisten Wohnungen werden nur noch für’s Wochenende oder Tourismus genutzt. Wahrscheinlich nervt es sehr an einem Ort zu wohnen, der so überlaufen sein kann (und ist sicherlich oftmals auch unpraktisch, wenn man dort mit dem Auto nicht rein fahren darf).

    1. Hey,
      das Zurückkehren können ist ein ganz wichtiger Punkt! Dann verreist man auch viel lieber und erkundet die Welt mit Rückhalt.

      Ich kann mir vorstellen, dass in diesem Ort kaum mehr Menschen wohnen- in Anbetracht des Touri Verkehres ist das wohl auch das Beste.
      Liebe Grüße!

  11. Wir hatten alle unsere Sturm- und Drangzeiten. Ich denke die Zeiten ändern sich, und wenn man erst Familie und Kinder hat, sieht man alles so wie so ganz anders. Zu Hause ist es am Schönsten. LG Romy

    1. Liebe Romy,
      so ist es wohl, allerdings möchte ich manche Zeiten nicht aufgeben und auch noch etwas weiter verrückt sein dürfen, auch wenn ich keine 16 mehr bin :).
      Liebe Grüße!

  12. Hallo,
    ich bin temporäre Weltenbummlerin. Immer wieder zieht es mich mal in die Ferne, weil es so vieles noch zu entdecken gibt. Und immer wieder komme ich auch gerne zurück, um mich dann neu zu erden und Freunden und Familie von den Erlebnissen zu berichten. Ich könnte nie nur unterwegs sein (egal ob beruflich oder privat) und brauche meine Auszeit zu Hause, aber genauso könnte ich auch nicht nur daheim sein, dafür habe ich noch zu viel Fernweh in mir.
    Liebe Grüße an dich!
    Maren

  13. Liebe Jenny, ein wirklich wundervoller Blogpost und so schön verfasst. Ich würde mich eher als bodenständig bezeichnen und fühle mich in meinen eigenen vier Wänden am wohlsten. Natürlich reise ich auch unheimlich gerne, nur leider nicht mehr allzu oft. xoxo

    http://www.naomella.com

    1. Hey Ivi,
      mit Kind ist das auch etwas schwieriger so fern zu reisen.
      Die eigenen vier Wände sind natürlich auch sehr wichtig und die habe ich auch immer im Rückhalt gehabt.
      Liebe Grüße!

  14. Ich bin eher bodenständig würde ich sagen, obwohl ich gerne mehr gereist wäre, aber ich bin froh, dass sich mein Kinderwunsch erfüllt hat und auch wenn es manchmal ein wenig anstrengend ist, ist meine kleine Familie das Beste was mir je passiert ist. Meine Bella ist ein Wirbelwind und ich kann hier auch wieder anderes miterleben, wie die unendliche Liebe zu meinem Kind und das gemeinsame Basteln, Backen usw. das ihr jetzt schön langsam Spaß macht :)! LG Babsi

    1. Hey,
      ja mit Kind ist das Leben auch gleich ein ganz anderes und hat ganz andere Werte, das kann ich sehr gut verstehen :). Geniess die Zeit!
      Liebe Grüße!

  15. Ich glaube, ich befinde mich hier gerade im Umbruch. Erst war mir das Zuhause das Wichtigste, jetzt breche ich immer öfter aus. Allerdings bleibe ich dennoch bodenständig. Das Reisen ist für mich nochmal eine Sache für sich. Ich denke ,dass kann man auch mit allem anderen verbinden. Eine Reise ist für mich nur eine Reise, wenn sie mich wieder nach Hause führt. Tolles Thema übrigens, vielleicht greife ich das auch mal auf dem Blog auf. Und die Bilder von dir sind wunderbar.
    Ich schick Dir liebe Montagsgrüße
    Sandra

    1. Liebe Sandra,
      die Bilder habe ich ganz bewusst aus meinem Leben gewählt :), weil ich einen Ausbruch damit verbinde.
      Es ist sehr wichtig mal etwas für sich zu tun und ich finde es gut, dass du deinen Gefühlen nachgehst.
      Natürlich ist das eigene zu Hause immer der Rückhalt nach einer Reise.
      Liebe Grüße!

  16. Liebe Jenny,
    mein ganzes Leben lang hat es mich in die Ferne gezogen. Auch jetzt habe ich manchmal Angst, dass mich das Alter doch noch einholt und nicht alles schaffe, was ich gern sehen möchte. Eine Bekannte (Entwicklungshelferin) hatte mich nach Uganda eingeladen, um das wahre Land kennenzulernen. Ich war Feuer und Flamme. Aber meine Familie und viele ihrer Bekannten waren so entsetzt, dass ich meinen Plan fallengelassen habe. Nun gehts nächstes Jahr wieder in die sichere Ferne als Abenteurer mit meinem Mann und nicht geplant.
    Klar freue ich mich auf Zuhause, könnte aber nach ein paar Wochen schon wieder aufbrechen. Aber Arbeit und Urlaub ???
    Liebe Grüße
    Sabine

    1. Liebe Sabine,
      ja die Welt ist groß und unser Drang, viel zu sehen, ist wohl der Gleiche.
      Ich finde es toll, dass du alles nutzt was geht. Ok, Uganda ist natürlich heftig- aber wäre sicherlich mal etwas ganz anderes gewesen, was aber gut überlegt sein sollte.
      Nun hast du ja ein neues Ziel und das ist gut so :)!
      Liebe Grüße!

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