Lebensnah

Leben/ lieben in der Gegenwart

Es ist erst vor ein paar Tagen passiert und das folgende Ereignis hat mich erneut zum Nachdenken gebracht: Über die begrenzte Zeit auf Erden und über die Liebe. Ich möchte das kleine, aber für mich einschlägige Erlebnis mit euch teilen und der Protagonist hat seinen Platz in die Reihe der starken Menschen verdient!


Der Einkauf war mal wieder unvollständig

…so schwang ich mich auf das Fahrrad um in den nächstgelegenen Supermarkt zu fahren um das fehlende Teil zu besorgen. Der Markt war leer. Das ist er meistens gegen Mittag. Schnell fand ich, was ich einkaufen wollte und ging zur Kasse die nicht besetzt war.


Ich beobachtete einen älteren Herrn

… der seine Krücken am Einkaufswagen befestigt hatte und sich mit einer Hand am Warentransportband der Kasse festhielt um die Blumen davor zu begutachten. Mein Instinkt lies meine Hände aus den Hosentaschen fahren um schnell reagieren zu können, falls der Mann den Halt verlieren sollte.
Er begutachtete die verschiedenen Blumen und zog einen Strauß mit aller Vorsicht hervor.
Leicht unsicher über seine Wahl schaute er sich um und traf meinen Blick.


Blumen zu verschenken ist eine liebevolle Geste

Ich sah ihn an und sagte bestätigend: „Die Blumen sind wunderschön.“ Er antwortet: „Meinen Sie?“
Bestätigend lächelte ich ihm zu. Daraufhin fragte ich neugierig: „Sind die Blumen für ihre Frau?“
Etwas verlegen sah er auf die Blumen, die er mit aller Behutsamkeit in seinen Warenkorb legte und antwortet: „Ja, besser ich verschenke sie jetzt, als dass ich sie später auf das Grab lege.“
Sein Blick wurde nicht ernst, im Gegenteil, er lächelte mich weise an und nickte dabei als ob er seinen Worten Nachhaltigkeit verleihen wollte.
Auf seine Worte konnte ich nicht antworten, außer ihm eine bestätigende Kopfbewegung zu geben. Als ich zahlte drehte ich mich noch einmal um und sagte zu ihm: „Alles Gute für sie und ihre Frau!“


Das Leben ist kurz

Auf dem Weg nach Hause blies mir der Fahrtwind durch Gesicht. Ich atme die Luft tief ein, hatte das Verlangen einfach weiter zu fahren, nicht nach Hause, einfach weiter. Das Leben ist zu kurz um irgendwann Blumen auf dem Friedhof abzulegen. Das Leben ist jetzt und hier- und jetzt und hier kann ich Menschen die ich liebe mit einem Strauß zeigen, was sie mir bedeuten.
Der ältere Mann hatte so ein liebevolles Lächeln, weise Augen und seine Worte haben mich so „stark“ berührt.

Ich empfand den Mann und die Situation als richtig stark!
Verschenkt ihr auch ab und zu Blumen?

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45 Kommentare zu “Leben/ lieben in der Gegenwart

  1. Schon seltsam… den die letzten Tage habe mich auch in so eine Stimmung gebracht. Ich beobachtete einem älteren, blinden Mann, der vor eine Umkleide Kabine auf seine Frau wartete. Ich musste denken, wie traurig dass er sie gar nicht in der neue Kleidung sehen kann. Später habe ich erfahren, dass er ein Arzt war und durch Krankenhaus Bakterien erblindet ist, 2 Jahre vor der Rente. Ein anderes Moment war, als in unserer Stadt die Alarm Sirenen geprobt wurden. Ich Ahnungslos und panisch rief meinem Mann an und ich müsste denken, man könnte sich im Fall der Fälle nicht mal verabschieden. Es kommt manchmal plötzlich und unerwartet. Es hat mich richtig traurig gemacht… das Leben ist zu kurz. Vielen Dank, für den Beitrag und dass es auch andere gibt, die genauso denken. Alles Gute!

    1. Liebe Mira,
      vielen lieben Dank für deine zwei ergreifenden Erlebnisse! Ja, das Leben greift manchmal hart ein und gerade deshalb sollten wir jeden Tag nutzen <3.
      Liebe Grüße!

  2. Schöne Gesichte, Danke fürs Teilen. Das Motto lieber jetzt zu schenken, als die Blumen später aufs Grab zu legen, teile ich. Vor einer Woche hat sich die Freundin meines Neffen mit dem Motorrad tödlich zerlegt ohne Fremdverschulden. Da habe ich noch mal wieder mehr gedacht, dass man nichts aufsparen sollte – wobei das sowieso aus genau dem Grund eh nur selten mache.

    1. Liebe Ines,
      erst einmal mein herzliches Beileid, wie tragisch :(.
      Du hast absolut Recht, wir sollte nichts aufsparen, sondern leben lernen!
      Liebe Grüße!

  3. Wie recht er doch, hat, der ältere Herr! Mein Mann bringt mir oft als Dankeschön Blumen mit und ich freue mich sehr darüber. Überhaupt leben wir nach dem Motto, lass es uns jetzt tun. Weißt Du, ob wir morgen noch gesund oder am Leben sind?
    Liebe Grüße
    Karen

  4. Der Macaron Tee is auch echt lecker =) Nicht zu süß und passend für den Herbst.

    Ein wirklich schöner Post =)
    Das is ja wirklich eine berührende Geschichte. Aber das stimmt wohl, man weiß nie wann es vorbei is und so sollte man seinen Lieblingsmenschen auch immer zeigen, wie wichtig sie einem sind. Ganz egal ob mit Worten oder Blumen =)
    Danke dir auch ein schönes Rest-Wochenende

  5. Da hat er Recht der Mann und wir denken zu selten daran oder nehmen alles als selbstverständlich hin. Ich schenke meinen Freund auch Blumen, muss ja nicht immer umgekehrt sein. Doch das wichtigste das ich ihm schenke ist Zeit. Die nutzen wir, oder auch mit anderen Menschen. Solche Begebenheiten lassen einen immer nachdenken.
    Liebe Grüße

  6. Ja ich verschenke manchmal auch Blumen:) aber wenn dann nur im Topf, weil ich es schade finde, wenn man sie nach einer Woche schon wieder entsorgen muss. Lg Babsi

  7. Liebe Jenny, was für eine wunderbare und berührende Geschichte, die doch sehr nachdenklich stimmt. Sie erinnert uns daran, wie vergänglich doch das Leben ist, wie begrenzt doch unsere Zeit ist – älteren Menschen wird das meist eher bewusst, weil sie häufiger liebe Freunde und Verwandte verlieren. Doch gerade auch bei jungen Menschen kann das Leben von einer Sekunde zur anderen zu Ende sein – warum daher anderen nicht zwischendurch immer mal wieder auch ohne Anlass eine Freude bereiten. Diese Begebenheit spiegelt auch die Schlusszeilen aus dem Gedicht von Peter Rosegger ganz wunderbar ab: „Und viel mehr Blumen, solange es geht, nicht erst an den Gräbern – da blühn sie zu spät.“
    Hab einen wunderbaren Start in die Woche und alles Liebe

    1. Liebe Gesa,
      die Zeilen aus dem Gedicht- vielleicht hat sie der Mann sogar ein wenig zitiert? Aber am Ende zählt, wie recht er hatte und ja- das Leben ist zu kurz- und da stimmen solche Ereignisse doch immer zum Nachdenken an.
      Liebe Grüße!

  8. Wow! Das ist wirklich ein sehr berührendes Erlebnis! Und er hat Recht, dass habe ich leider schon oft selbst bei Todefällen im Familien- und Freundeskreis erfahren müssen.
    LG
    Sabienes

  9. Liebe Jenny,

    dein Bericht ist sehr schön und regt doch zum Nachdenken an.

    Die Devise meiner Eltern war sinngemäß, aber sie sagten es oft: Gebt mit warmer Hand. Schenkt Blumen während des Lebens, denn auf den Gräbern sind sie vergebens. Sie haben es mit allen Dingen so gehalten und nicht nur mit den Blumen. Und ich habe es von ihnen übernommen.
    Alles das, was man jetzt mit Worten und Taten geben und schenken kann, bereitet dem Beschenkten und einem selbst Freude. Schnell ist ein Leben zu Ende und all das kann man nicht mehr nachholen.

    Viele liebe Grüße
    Sabine

  10. Hallo Jenny, eine schöne Geschichte über den ältern Mann. Ich sehe immer das Frauen Blumen kaufen. Komme aus der Branche. Ich hatte zwei Blumengeschäfte und hab so meine Erfahrungen damit gemacht. Ich verschenke auch gerne Blumen zu jeder Jahreszeit. Sei es zum Besuch bei einer Freundin oder der Schwiegermutter. Lg Tina-Maria

  11. Ein wirklich rührender Beitrag. Ich habe kürzlich auch einen älteren Mann mit Gehstock an der Discounter-Kasse hinter mir gehabt, der auch ganz zittrig ein paar Blümchen ausgesucht hat. Ich war wirklich schon kurz davor, ihm zu helfen.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de

    1. Liebe Anja,
      vielleicht sollten wir des Öfteren das Gespräch suchen, denn ältere Menschen haben so viel Lebenserfahrung, das kann uns nur bereichern :).
      Liebe Grüße!

  12. Hallo Jenny,
    was für ein toller und berührender Beitrag. Er regt wirklich zum Nachdenken an. Gerade unter dem Gesichtspunkt, dass ich einen 88jährigen Vater betreue, der ein Pflegefall ist, sollten wir uns viel mehr Gedanken um unsere älteren Mitmenschen machen. Und vor allem sie immer mit lieben Worten „begleiten“.

    Liebe Grüße aus München
    Martina

  13. Liebe Jenny,
    ja, ich schenke meiner Frau auch Blumen, aber viel zu selten. Meistens beschäftigt mich immer irgendwas, und ich fürchte, ich verliere dann die wesentlichen Dinge aus dem Blick. Die Zeit rast leider immer wie ein Rennwagen an mir vorbei, manchmal halte ich inne, aber dann geht es weiter. Der alte Mann hat recht. Ich kenne da auch so einen Spruch, den ich von älteren Menschen kenne. „Lieber mit warmen Händen geben, als mit Kalten.“
    Ich wünsche Dir ein wunderschönes Wochenende.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

    1. Lieber Wolfgang,
      ich kenne das zu gut- das Leben rast so an einem vorbei, dass wir uns auf viele Dinge gleichzeitig konzentrieren müssen und das ist nicht wirklich ideal. Deshalb fand ich die Zusammenkunft mit dem älteren Herren so hilfreich und es hat mich wach gerüttelt.
      Dein Zitat bringt ebenfalls sehr zum Nachdenken!
      Liebe Grüße!

  14. Vielen Dank für das Teilen dieser wundervollen Geschichte. Wie schön, dass du mit diesem weisen Mann ins Gespräch gekommen bist.
    Unsere Zeit auf Erden müssen wir viel bewusster genießen. Und das jeden Tag!

    Liebste Grüße
    Juli

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