Lebensnah

Starke Menschen – teilen gerne

Heute teile ich mit euch eine ganze starke Geschichte, von einem kleinen Jungen der etwas ganz Starkes getan hat.
Die Rede ist von meinem Neffen Joshua. Mit seinen 6 Jahren ist er schon fast ein großer Junge!

Eines Abends erzählte mir seine Mutter, dass Joshua aus seinem Zimmer kam und fragte wie er seine Spardose aufbekommen würde. Er fing an zu weinen und sagte „Ich will doch das Geld gar nicht, ich habe so viel. Ich will das Geld lieber den armen Menschen geben.“
Seine Mutter erklärte ihm, dass nur die Bank einen Schlüssel hätte und versprach eine Organisation zu finden, bei der er etwas von seinem Geld abgeben kann.

Warum möchte ein Kind etwas von seinem Taschengeld abgeben?

Die Frage stellte sich mir natürlich und ich dachte vorerst, dass darüber in der Schule gesprochen wurde. So war es nicht. Seine Mutter erklärte ihm vor kurzem, dass es Menschen gibt, die kaum etwas zu Essen, kein eigenes Zimmer, Spielzeug oder mehrere Bekleidungsstücke haben. Das hat Joshua wohl so sehr berührt, dass in ihm der Gedanke aufkam, etwas abzugeben- zu teilen!

Bei der Suche nach der geeigneten Stelle für eine Spende konnte ich sofort helfen, denn mir fiel die Bahnhofsmission in Paderborn ein.

Was macht die Bahnhofsmission in Paderborn?

Unter der Leitung von Frau Bergmaier arbeiten hier zum größten Teil ehrenamtliche Mitarbeiter die den Menschen in schwierigen Lebenssituationen zur Seite stehen.
Geboten werden:
– Ein- Aus- und Umstiegshilfen
– Informationen rund um den Bahnverkehr
– Hilfen für Menschen mit Behinderung die sonst alleine nicht reisen könnten bis hin zur Zugbegleitung
– Hilfe bei der Suche nach Aufenthalts- oder Übernachtungsmöglichkeiten

Die Bahnhofsmission ist zudem eine Anlaufstelle für Menschen ohne festen Wohnsitz, die verzweifelt sind, Menschen die Probleme haben und Rat suchen, Menschen die Hunger haben oder ein Bekleidungsstück benötigen.

Eine Spende persönlich abgeben ist wichtig

Ich selber kenne die Bahnhofsmission und Frau Bergmaier persönlich und wusste, dass das die richtige Anlaufstelle und bestimmt ein ganz besonderes Erlebnis für Joshua werden wird, wenn er dort seinen Herzenswunsch erfüllen darf und etwas spenden kann. Immerhin, so war ich mir sicher, wird er in den Räumen der Bahnhofsmission den Menschen persönlich begegnen, denen er etwas spenden möchte. Wir fanden es sehr wichtig, dass er sieht, wo sein Geld verteilt wird, was davon gekauft wird und wer die Menschen sind denen damit geholfen wird.

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Der Weg zur Bahnhofsmission

Als Tante nahm ich natürlich die Gelegenheit wahr und trat die Reise mit Joshua und seiner Mama an. Joshua hatte nicht nur ein paar Euro in der Tasche (die Spardose hat er vorher in der Bank öffnen lassen), sondern noch einen Nikolausstiefel mit Schokoladetäfelchen bei sich, die er verteilen wollte. Er war so aufgeregt, das könnt ihr euch nicht vorstellen.

Angekommen in der Bahnhofsmission

Auf dem Bahnsteig zog es mächtig und wir schlossen unsere Jacken auf dem Weg in das kleine Haus.
Dort angekommen öffneten wir die Tür und gelangten in den gut besuchten, warmen Raum in dem sich Menschen aufwärmen können, etwas Warmes zu Trinken und zu Essen bekommen, Gespräche führen können und Hilfe erhalten.
Frau Bergmaier, wie immer geschäftig, und ihre Mitarbeiter kochten gerade fleißig Kaffee und Tee für die Besucher. Sie erkannte mich sofort und schaute erstaunt, als sie Joshua und seine Mama erblickte.

Joshuas Wunsch erfüllte sich

Joshua war in seinem Element. Er wollte sofort sein Kleingeld abgeben. Frau Bergmaier war zu Tränen gerührt, wie auch die Mama und ich. Sie erklärte ihm, was sie von dem Geld kaufen wird und zeigte ihm den Vorratsraum in dem Nahrungsmittel standen. Joshua hörte gespannt zu und legte seine Taler auf den Tisch, fragte, ob er die mitgebrachte Schokolade an die Besucher verteilen dürfe.
Der kleine Mann ging nun an jeden Tisch in der Bahnhofsmission und verschenkte die Schokolade während Frau Bergmaier erklärte, dass er gerade etwas von seinem Taschengeld abgegeben hatte. Die Besucher waren genauso gerührt wie wir, bedankten sich und es gab sogar Applaus. Joshua half sogleich auch andere Nahrungsmittel auf den Tischen zu verteilen und es wurde ihm prophezeit, dass er mal ein Sozialarbeiter werden würde.

Die Tränen zurückgehalten

Natürlich berührte uns die ganze Situation. Niemand hatte dem Jungen erklärt wie wichtig spenden ist, niemand hatte ihn verwiesen es zu tun- es kam von ihm ganz allein und genau das ist es, was diesen Moment und dieses Erlebnis so besonders machte.
Ein starker Moment- ein starker Mensch- ein starker kleiner Mann!

 

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16 Kommentare zu “Starke Menschen – teilen gerne

  1. Eine wunderbare Geschichte – passend für die Vorweihnachtszeit, und so ein großartiger Junge, von dem die Erwachsenen viel lernen können. Es ist immer wieder faszinierend, wie Kinder oftmals intuitiv richtig handeln. Schön, wenn er sein selbstloses Gedankengut einmal in das Erwachsenenleben mitnehmen kann.

    Ich wünsche dir ein wunderschönes, stimmungsvolles Weihnachtsfest und freue mich schon auf deine nächsten Posts.

    Alles, alles Liebe

  2. Liebe Dank für die schönen Worte :).
    Ich hoffe auch sehr, dass weiterhin so handeln wird. Er ist wirklich ein großartiger Junge :).
    Liebste Grüße!

  3. Ich finde es gut, wenn man den Kindern erklärt, dass es nicht jeder so gut hat auf der Welt. deshalb machen wir jedes Jahr bei der Aktion „Weihnachtsgrüße aus dem Schuhkarton“ mit und die Kinder bestimmen beim Inhalt mit. So können wir ein Kind in der Ukraine zum Fest der Liebe eine Freude machen. Ich wünsche dir und deinen Lieben ein wundervolles Weihnachtsfest. LG Romy

    1. Liebe Romy,
      das ist auch eine gute Idee, die behalte ich mal für kommendes Jahr.
      Auch euch wünsche ich ein wundervolles und vor allem friedliches Weihnachten.
      Liebste Grüße!

  4. Eine wunderschöne Geschichte und ein wunderbarer Junge. Er geht in seinem Alter schon mit offenen Augen durchs Leben und hilft,wo es notwendig ist. Auf ihn könnt ihr sehr stolz sein

    Liebe Grüße Sigrid

  5. Das ist wunderschön von deinem Neffen und ich glaube, unser Sandro würde auch so handeln. Er ist auch sehr mitfühlend und gibt gerne. Ich wünsche dir schöne Weihnachten!

    1. Danke, das sehe ich absolut genauso. Na mal sehen welche berufliche Laufbahn er mal einschlagen wird, das ist jetzt besonders spannend :).
      Liebe Grüße!

  6. Liebe Jenny,

    eine wirklich wundervolle Story zur Weihnachtszeit. So etwas berührt mich sehr.

    Ich wünsche dir und deiner Familie ein wundervolles Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr! ❤

    Liebste Grüße – Tati

  7. Was für eine schöne Geschichte, gerade jetzt vor Weihnachten noch mal so rührend und lieb. Einen tollen Jungen habt ihr da in der Familie ♡

    Frohe Weihnachten euch allen!

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