Kennt ihr das auch? Man fährt entspannt über Bundes- und Landstrassen, sowie durch den Stadtverkehr und plötzlich meint jemand, er müsse die Physik neu erfinden. Von ‚Stoßstangen-Knutschern‘ bis hin zu ‚Handy-Zombies‘ am Zebrastreifen. Die Kreativität der Vollpfosten ist grenzenlos. Es ist, als gäbe es einen geheimen Wettbewerb: „Wer schafft es, mein Adrenalin in unter drei Sekunden hoch zu jagen? “Wie ich es schaffe, trotzdem freundlich zu winken? Das lest ihr im neuen Blogpost! 👇“
Die Autofahrer – Großkotze
Leider führt mein Arbeitsweg über die Bundesstraße, die direkt über die Egge geht. Wer die Strecke kennt, weiß: Das ist kein Ponyhof. Die Kurven und Anstiege ziehen sich über Kilometer, und Unfälle sind hier leider an der Tagesordnung. Jeder weiß das – eigentlich.
Besonders im Winter wird es abenteuerlich. Wenn die LKWs querstehen und gar nichts mehr geht, scheinen manche Fahrer zu glauben, sie hätten physikalische Superkräfte. Während der Rest von uns vernünftigerweise schleicht, weil man das Eis unter den Reifen förmlich knacken hört, gibt es immer diese „Einen“. Die meinen wohl, sie hätten unsichtbare Schneeketten aufgezogen. Die überholen gnadenlos, völlig egal, ob die Autos vor ihnen gerade gefährlich schlittern. Da fragt man sich: Ist das Mut oder einfach nur ein sehr überschaubarer IQ?

Dicht auffahren und Stoßstangen knutschen
Ich vermute, ihr kennt diese Spinner alle. Das sind diejenigen, die meinen, wertvolle Zeit zu sparen oder ihre Aggressionen abzubauen, indem sie einem fast die Stoßstange knutschen. Es ist, als wollten sie bei mir im Kofferraum mitfahren.
Wenn man dann doch mal bremsen muss – sei es wegen des Verkehrs oder der Witterung – wird hinten wild gestikuliert, als wäre ich das Problem. Selbst ein kurzes Antippen der Bremse als Warnsignal interessiert diese Profis nicht. Die kleben weiter hinten dran, als wären wir mit einer Abschleppstange verbunden.
Blindflug und Kurven-Rodeo
Mein Weg führt mich weiter über Landstraßen, die zwar geschwindigkeitsbegrenzt, aber extrem kurvenreich sind. Und die Spinner? Die überholen mit Vorliebe direkt vor der Kurve. Ob Gegenverkehr kommt? Ach was, wird schon passen! Ich fahre in solchen Momenten automatisch langsamer. Nicht, weil ich ein Schleicher bin, sondern weil ich keine Lust habe, in den Unfall mit reingezogen zu werden.

Auch beliebt: Das Duell „Zweispurig auf Einspurig“. Ob die Autofahrer die Schnelligkeit ihres Autos nicht einschätzen können? Ich weiß es nicht. Wichtig ist ihnen nur, dass sie den LKW vor der Verengung noch unbedingt überholen – komme, was wolle.
Die Gauseköte und das tierische Komitee
Wenn es nicht gerade schneit, bezwinge ich täglich die Gauseköte. Rechts und Links nur Wald – und ja, die Rehe und Füchse sind verdammt neugierig. Im Dunkeln oder bei Nebel fahre ich hier extrem wachsam. Ich bremse gefühlt jeden zweiten Tag für ein Reh ab, das mich dann seelenruhig von der Fahrbahn aus mustert. Übrigens: Wo ein Reh ist, sind meistens mehrere. Also warte ich geduldig.
Dass ich hier langsam mache, leuchtet jedem vernünftigen Menschen ein. Aber dann gibt es wieder diese Vollidioten, denen das Getier und ihr eigenes Auto völlig egal sind. Während ich eine Vollbremsung hinlege, um keinen Rehbraten auf der Motorhaube zu haben, ist denen das schnuppe und sie überholen trotzdem. Einmal rettete ich einem Fuchs das Leben, nur um vom Hintermann fast gerammt zu werden. Der hatte nichts Besseres zu tun, als zu hupen und wild zu gestikulieren. Dankeschön auch!

Die Geisterfahrer der Nacht: Rad- und Rollerfahrer
Nicht alle Straßen sind gut beleuchtet, und wie oft kommt es vor, dass man einen Radfahrer erst im allerletzten Moment sieht? Entweder haben sie gar kein Licht oder nur so ein winziges Teelicht, das man eher für ein Glühwürmchen hält. Denen scheint ihre eigene Unversehrtheit völlig egal zu sein! Und die E-Roller? Die mit ihrem winzigen Licht gilt es erst mal rechtzeitig zu erkennen, bevor sie lautlos aus dem Nichts auftauchen.
Ampel-Springer und riskante Vorbilder
Und dann gibt es noch die Fußgänger, die meinen, eine gerade rot gewordene Ampel überrennen zu müssen. Als ob sie denken, sie seien schneller als die Autos. Clever – nicht.
Noch abenteuerlicher sind diejenigen, die zehn Meter vor einer Fußgängerampel die Straße überqueren, und das bei dichtem Verkehr. Leider musste ich auch schon erleben, dass Eltern mit Kleinkindern es darauf ankommen lassen. Ob das der Erziehung hilft, stelle ich mal ganz stark in Frage. Bremsen ist angesagt – für die Kleinen kann ich ja was, für die Ignoranz der Großen eher weniger.

Generation Kopf unten
In der Stadt begegne ich dann den „Smombies“. Da wird über den Zebrastreifen geschlurft, der Blick starr auf das Handy gerichtet, während man den Fußgängern beim Laufen fast die Schuhe zubinden kann. Manche bleiben sogar mitten auf dem Streifen stehen, um eine Nachricht zu tippen, während sich hinter mir die Autos stauen.
Was mich wirklich fassungslos macht: Erwachsene, denen der Blick aufs Handy wichtiger ist, als auf die Kinder aufzupassen, die dicht am Bordstein spielen. Ich musste schon erleben, wie mir fast ein Kind ins Auto rannte. Als ich die Scheibe runterließ und darum bat, doch bitte aufzupassen, blieb die Mimik beim Gegenüber starr. Kein Verständnis, keine Reaktion.
Das obligatorische Ampel-Winken
Aber wisst ihr, was das Beste ist? Die Genugtuung an der nächsten roten Ampel. Oftmals trifft man diese Chaoten dort wieder. Wenn der „Hektiker von der Egge“, der mich unter Lebensgefahr überholt hat, genau vor mir steht, neige ich dazu, freundlich zu winken und mich einfach zu freuen. Es ist herrlich zu sehen, wie die Gesichtszüge entgleisen.

Mein Fazit: Die letzten Jahre ist zum Glück alles gut gegangen – kein Reh, kein Kind und keine Kaltverformung an meiner Stoßstange. Ich grinse also weiter, wenn der Vollidiot an der Ampel wieder vor mir steht.
13 thoughts on “Das Desaster auf den Straßen”
Da hast du so Recht 🙂
Toller Beitrag !
Liebste Grüße
Cyra
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https://bedeutungsvolle-momente.blogspot.com/
Schön, dass du mir zustimmst :).
Liebe Grüße!
Bei einem kurzen Abstecher in die Schweiz habe ich gelernt, dass sich die Fußgänger dort sogar bedanken, dass man sie über den Zebrastreifen lässt. Da könnte ich mich glatt dran gewöhnen.
Liebe Grüße!
Ich liebe den Winter, aber ich hasse es, bei niedrigen Temperaturen und Nässe Auto zu fahren. Da schleiche ich dann auch lieber. Hatte Anfang des Jahres Karten für ein Konzert, der Ort ist auch sehr bergig. Auf dem Hinweg ging es noch, aber auf dem Rückweg habe ich mich dann liebend gern überholen lassen. Einmal hat vor mir jemand in einem Autobahnkreuz die Kontrolle verloren, weil er zu schnell in der Kurve war. Seitdem bin ich da auch immer sehr vorsichtig.
Bei guten Sichtverhältnissen und gut ausgebauten Straßen fahre ich allerdings dann auch gerne mal schnell. Ich hasse nix mehr als wenn Leute grundlos immer unter der Geschwindigkeitsgrenze fahren. Da wo 50 ist fahren die immer 40, in 30er Zonen 20, auf Landstraßen 70 statt 100.
Und lass mich erst gar nicht vom Thema Rettungsgasse anfangen…Ich muss auf dem Weg zur Arbeit immer über die Autobahn und da ist immer Stau. Natürlich in den wenigsten Fällen aufgrund eines Unfalls, dennoch fahre ich dann immer am Rand, wie viele andere es auch tun. Es schadet in dem Fall ja nicht. Aber genug Menschen raffen es nicht…
LG, Rahel
Pass bloß auf dich auf. Es gibt einfach zu viele Idioten auf der Straße. Ich bin froh, dass ich nicht mit dem Auto zur Arbeit fahren muss.
Liebe Grüße
Sabine
Naja, ich finde der Egoismus im Straßenverkehr wird immer größer, es nervt nur noch. LG Romy
Ich habe bei deinem Beitrag ständig zustimmend genickt. Das es immer schlimmer wird, anstatt besser, macht es nicht grade leichter.
Ich wünsche dir allzeit gute Fahrt!
Liebe Grüße
Noch hat sie ihren Riegel nicht gegessen 😀 Aber ich denke uns beiden wird er schmecken.
Dieser Post beschreibt so meine täglichen Erfahrungen 😀 Der Straßenverkehr is wirklich immer abenteuerlich. Was ich auch ganz schlimm finde sind die ganzen E-Roller, vor allem wenn sie von Kindern gefahren werden und die damit überall querbeet fahren ohne Rücksicht auf Verluste. Die brettern hier teilweise mit einem Affentempo über den Gehweg und an Ausfahrten vorbei, bis da mal einer auf meiner Motorhaube landet und ich bin dann Schuld obwohl ich nichts dafür kann, weil langsamer als rollend kann ich nicht aus der Ausfahrt raus.
Liebe Grüße
Ich verstehe die Fahrweise von vielen auch einfach überhaupt nicht… immer dieses Drängeln und Auffahren und zu schnell sind eh alle gerne unterwegs. Und irgendwie scheinen viele mittlerweile auch das blinken verlernt zu haben?
Ich bin froh, dass mir noch nie was passiert ist.
Ha, das obligatorische Ampel-Winken! Diese süße Genugtuung, wenn der Ego-Pilot von der Egge dann doch vor einem steht – das ist Schadenfreude in ihrer reinsten, unschuldigsten Form. Dein Beitrag liest sich wie eine Chronik des kollektiven Verkehrswahnsinns, den wir alle kennen und der uns täglich zur Weißglut treibt.
Stoßstangen-Knutscher, Handy-Zombies, Geisterfahrer der Nacht – Deine Wortschöpfungen treffen den Nagel auf den Kopf. Und dann diese Eltern, die mit Kleinkindern zehn Meter vor der Ampel über die Straße huschen – da fragt man sich wirklich, ob Darwin nicht doch recht hatte. Wobei: Die natürliche Selektion funktioniert leider nicht mehr so zuverlässig, wenn vernünftige Menschen wie Du ständig auf die Bremse trittst.
Deine gelassene Haltung am Ende – weitergrinsen, wenn der Vollidiot an der Ampel vor einem stehen – zeugt von einer beneidenswerten inneren Ruhe. Oder ist es einfach nur die Erkenntnis, dass man gegen Dummheit sowieso nicht ankommt? In meinem eigenen Blog habe ich mich auch schon über menschliche Unvernunft ausgelassen – es ist manchmal die einzige Therapie.
Genau deshalb meide ich das Autofahren so gut es geht. Bin schon öfters im Tunnel angehupt worden, da ich da immer ganz besonders vorsichtig fahre. Manche Autofahrer sind echt schräg drauf!
Liebe Grüße
Christine
Liebe Jenny,
dein Beitrag bringt die täglichen Situationen im Straßenverkehr sehr eindrücklich und ehrlich auf den Punkt. Man merkt, wie viel dich das beschäftigt – vor allem, wenn Rücksicht und Vernunft im Alltag offenbar nicht selbstverständlich sind.
Besonders deine Schilderungen von der Strecke über die Egge und die Begegnungen mit riskanten Überholmanövern, dichtem Auffahren oder unaufmerksamen Verkehrsteilnehmenden zeigen, wie wichtig Aufmerksamkeit und gegenseitige Rücksichtnahme sind. Dass du trotz allem mit einem Augenzwinkern berichtest und sogar das freundliche Winken an der Ampel nicht vergisst, macht den Text zugleich nachdenklich und humorvoll.
Vielen Dank für diesen offenen Einblick in deinen Alltag. Ich wünsche dir weiterhin eine sichere Fahrt und einen guten, entspannten Tag.
Herzliche Grüße
Saskia Katharina
Hey Jenny,
ist definitiv nicht zum Lachen, ich musste aber trotzdem schmunzeln, weil ich das so sehr fühle, was du geschrieben hast und wenn’s nicht so traurig wäre, wär’s wirklich schon fast lustig. Ich kann da auch nur mit dem Kopf schütteln und eine ganze Litanei an Schimpfwörtern ablassen. 😛 🙂
Viele liebe Grüße, Tati