Lebensnah

Aus Liebe verzichten

Eltern wollen immer das Beste

Zumindest kann ich das von meiner Familie und befreundeten Familien bestätigen.
Eltern stecken zurück, verzichten auf Vieles, nur um ihre Kinder glücklich zu sehen.
In vielen Bereichen meines Lebens habe ich genau das erfahren und vor allem verstanden, was meine Familie für mich getan hat und wobei sie sich selber an zweite Stelle setzen.

Mein Vater ist mein Held

Er hat mit mir Buden gebaut, ist mit mir durch die Wälder gestreift. Wir haben Wanderstöcke geschnitzt und kleine Bäche umgeleitet. Er hat mir eine Baumbude gebaut und im Winter Iglus. Er war derjenige der beim Umzug meine Kisten schleppte, mich nachts von Partys abholte. Er lernte mit mir Mathe, spielte mit mir und meinen Puppen. Wenn ich heute Hilfe benötige genügt ein Anruf und mein Vater ist sofort da. Er streicht mit mir die Wände, montiert Regale, mäht meinen Rasen. Er gibt mir sein Mittagsgericht, wenn mir meines nicht schmeckt. Er knackt mir Nüsse weil ich genau das hasse und kocht mir Kaffe und überhaupt:
mein Vater ist stark, mein Vater kann einfach alles, mein Vater ist der Beste!

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Meine Mutter ist meine Heldin

Sie nähte die Kleider für meine Puppen und schüttelte jeden Abend mein Bett auf. Sie las mir Geschichten aus dicken Büchern vor und wartete bis ich eingeschlafen war. Meine Mutter fädelte mit mir Ketten und erklärte mir die Kräuter im Garten. Sie bekocht mich und achtet darauf, dass es mein Lieblingsgericht ist. Mama trocknet meine Tränen, Mama nimmt mich in den Arm. Sie ruft mich fast täglich an um zu hören wie es mir geht und überhaupt: meine Mutter gibt alles, meine Mutter ist die Beste.

Mein Schwesterherz ist einzigartig

Meine Schwester hat immer ein offenes Ohr für mich. Wir gingen gemeinsam auf Partys und passen aufeinander auf. Wir teilen den gleichen Musikgeschmack, fahren auf Konzerte, trinken Kaffee und plaudern stundenlang. Wir sorgen uns umeinander und sind immer füreinander da. Wir teilen, denken für den anderen mit, schenken uns Zeit und hören einander zu. Wir beratschlagen und nehmen uns in den Arm.
Heute ist sie selber Mama und ähnelt meinen Eltern sehr: sie ist einfühlsam und aufopfernd und überhaupt: meine Schwester ist die Beste.

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Großeltern geben Alles!

Meine Großeltern, ich erinnere mich noch heute daran wie es bei Ihnen aussah und roch. Ich kann nicht sagen, ob ich ihnen genug gesagt habe, wie sehr ich sie liebe. Aber ich bin dankbar für die vielen wundervollen Momente. Opa nahm mich mit in die Gärten, belehrte mich über Pflanzen und Tiere, erzählte mir Geschichten aus dem Krieg und schmückte sie dabei so aus, dass ich als Kind keine Angst bekam. Opi überließ mir sein Bett, wenn ich bei ihnen übernachtete, er aß meine Reste wenn ich satt war, erkundete Dachböden und spielte mit mir Karten. Meine Omi kochte immer was ich wollte, ging früh morgens zum Bäcker, damit ich frische Brötchen bekam, schüttelte das Federbett auf, machte eine Wärmflasche, erzählte Geschichten und spielte mit mir Stadt, Land, Fluß. Sie wusste immer wo ich war, sorgte sich und sie roch immer nach frischer Suppe.
Meine Uroma war eine weise kleine Frau. Sie strickte mir Socken, für meine Puppen Kleider. Sie spielte grandios Rommee und hatte immer Eis wenn ich kam! Ihren Kittel zog sie nur aus, wenn sie das Haus verlies. Sie hatte die schönsten Steine in der Vitrine und einen davon durfte ich haben. Sie kochte die beste Ente der Welt und hatte das schönste Lächeln und überhaupt: sie waren die besten Großeltern!

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Aus Liebe verzichten

Eltern verzichten auf Vieles im Leben, damit ihre Kinder das Beste bekommen. Sie geben die Sahne vom Kuchen und schneiden das beste Stück Pizza für die Enkel und Kinder ab. Sie spielen die langweiligsten Spiele, weil es den Kindern Freude bereitet und das Lächeln derer unbezahlbar ist. Eltern lesen abends Märchen, auch wenn sie selber sehr müde sind. Sie kochen die Lieblingsspeisen, geben ihr letztes Hemd.
Sie kaufen zuerst Dinge für die Kinder, ihre Wünsche stehen an zweiter Stelle und überhaupt:
Eltern geben all ihre Energie und Liebe um ihre Kinder glücklich zu sehen.

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54 Kommentare zu “Aus Liebe verzichten

  1. Ja. Passt alles, stimmt alles. Gerade ohne die Großeltern meiner Kinder wäre ich nichts und es würde an vielen Ecken hängen, vieles unmöglich machen. Toller Beitrag, Jenny.

    1. Hey,
      das glaube ich dir gern. Als meine Schwester und ich klein waren, waren meine Eltern auch immer sehr dankbar, dass die Großeltern mit Rat und Tat zur Seite standen und vieles abnehmen konnten.
      Und heute sind meine Eltern für die Enkel da :).
      Ich bin mir sicher, du bist ein toller Papa.
      Liebe Grüße!

  2. So wahr liebe Jenny, die Familienmitglieder sind das Heiligste. So war und ist es auch für mich.
    Als meine Eltern mich später brauchten, konnte ich ihnen all die Liebe und Fürsorge zurück geben.
    Da bin ich nachts für sie aufgestanden, hab an ihrem Bett gesessen, hab ihnen was vorgelesen.
    Mein Bruder und ich blieben – als sie gehen mussten mit einem wohlig warmen Gefühl im Herzen zurück…
    Liebste Grüße

    1. Liebe Marion,
      ich habe ehrlich gesagt Angst davor, dass meine Eltern irgendwann gehen werden, aber ich hoffe sehr, dass ich ihnen genau das zurückgeben kann, was auch du und dein Bruder geben konntet und auch dieses warme Gefühl haben werde. Danke für den schönen Kommentar!
      Liebste Grüße zurück!

  3. Hallo, leider hatte ich nicht so eine schöne Kindheit, denn ich war schon früh in einem Internat und habe meine Eltern und Großeltern (früh gestorben) kaum gesehen oder gekannt. Wir waren keine ”Bilderbuchfamilie”… leider. Aber so ist halt, wenn sich Eltern früh trennen und ihre eigene Wege gehen.

    Das wollte ich meinen Kindern nie antun und meine eigene Familie ist mir heute so wichtig, dafür gehe ich auch an meine Grenzen. Und das habe ich in den letzten zwei Jahren sehr getan.

    Liebe Grüße
    Tina-Maria

    1. Liebe Tina,
      das tut mir leid zu lesen, wirklich. Ich denke, keine Familie ist ein Bilderbuch- in jeder Familie gibt es auch mal kleine Meinungsverschiedenheiten.
      Das du jetzt für deine Familie genauso da bist, wie du es dir immer gewünscht hast finde ich super, denn nun hast du ja auch eine wundervolle Familie an deiner Seite.
      Liebste Grüße!

  4. Liebe Jenny,
    du hast wirklich eine tolle Familie! Meine Familie hat auch hin und wieder einmal auf Dinge verzichtet, war aber auch egoistisch genug einfach mal das zu machen, was ihnen selbst gut getan hat. Ich finde es als Eltern immer so schwierig die richtige Balance zu finden. Man selbst sollte ja auch nie zu kurz kommen.
    Ich bin ein ziemlich egoistischer Mensch, ich hoffe, ich mache das mit meinen Kindern später trotzdem einmal richtig und gut 😀
    Viele liebe Grüße und einen schönen Feiertag :-*
    Jasmin

    1. Liebe Jasmin,
      mal etwas machen was einem selbst gut tut ist doch absolut normal und nicht egoistisch und das steht auch jedem zu. Ich glaube nicht, dass du bei eigenen Kindern egoistisch sein wirst, du wirst sehen :)- und wie gesagt- man muss auch an sich selber denken und auch das macht meine Familie- ich sage dazu: sie gönnen sich etwas :).
      Liebste Grüße!

  5. Meine Liebe, ein so wundervoller Post! War sehr schön zu lesen, dass es solche Famiilien und Zusammenhalte noch gibt! Meine Mama war sehr opferungsbereit und hat meinen Bruder und mich immer an erster Stelle gesetzt. Das ist etwas was mich sehr positiv geprägt hat und so ist es für mich selbstverständlich, dass das Wohlergehen meiner Tochter oberste Priorität für mich ist und den Verzicht empfinde ich gar nicht als was Negatives oder als Verzicht, es tut einfach gut, meine Kleine an erster Stelle zu setzen und nicht egoistisch zu sein. Ganz liebe Grüße undd Dabke für diesen Post! Ivi

    http://www.naomella.com

    1. Liebe Ivi,
      das stimmt, ein Verzicht muss nicht negativ sein, denn es macht einen selber glücklich, weil man sich dazu entschieden hat. Wenn ich für andere gebe bekomme ich das doppelte zurück- so ist mein Empfinden. Alles Liebe für deine kleine Familie wünsche ich dir.
      Liebste Grüße!

    1. Liebe Sabienes,
      ich denke, alles geben ist auch übertrieben, man muss auch etwas für sich tun und ich bin mir sicher, das ist völlig normal und macht auch jeder :).
      Liebe Grüße!

  6. Liebe Jenny,
    ich bin beeindruckt von deinen Ausführungen. Es ist schön, wenn man so von Eltern und Schwester schreiben kann, Und auch von den Großeltern. Aber leider gibt es auch andere Erkenntnisse und das tut oftmals weh.
    Einen sonnigen Abend wünscht dir
    Irmi

  7. Ein wunderschöner Beitrag, für mich ist die Familie das Wichtigste, ich kann mich immer auf meine Eltern oder meinen Bruder verlassen. Auch wenn mein Mann und jetzt meine Kleine (bald 2) meine kleine Familie sind, ich bin so froh, dass ich meine Eltern habe, sie unterstützen mich so und haben schon so viel für uns getan. Beim diesem Thema bin ich immer ganz gerührt. Wir sagen immer in der Familie „BLUT IST DICKER ALS WASSER“!!!
    Liebe Grüße, Babsi

  8. Echt klasse =) Danke werde ich sicherlich haben.

    Ein schöner Post =)
    Ich kann es teilweise auch bestätigen, eher mütterlicherseits als anders, aber immerhin 😀 Daher sind Mama & ich auch so ein gutes Team.
    Liebe Grüße

  9. sehr schöne worte mit viel tiefgang vor allem zum vatertag. ich finde auch dass man all die dinge erst so richtig zu schätzen weiß je älter man wird. wenn man auszieht nd merkt was einem alles abgenommen wurde, wo einem geholfen und wo für einen verzichtet wurde.. schön dass du auch auf deine anderen lieben eingehst weil meist ist es nicht nur einer aus der familie sondern alle die sich auch nur in den kleinsten situationen für einen aufopfern und alles dafür tun würden dass es einem besser geht!
    ganz liebe urlaubsgrüße aus dem hotel südtirol 5 sterne
    Claudia

  10. Huhu Jenny,

    ein ganz wundervoller Beitrag, der geht direkt ins Herz. ❤

    Diese bedingungslose Liebe ist etwas ganz Besonderes und ich bin dankbar, dass ich all das, was du geschrieben hast, auch erleben durfte. An meine kleine knubbelige liebe Omi denke ich immer mit einem Lächeln zurück. Ich hätte sie gerne noch viel länger an meiner Seite gehabt. Ich habe auch Angst vor dem Tag, wo ich meine Eltern gehen lassen muss. Daran darf ich gar nicht denken.

    Ich drück dich, liebste Grüße – Tati

    1. Hey Tati,
      danke :).
      Ich finde es toll, dass du das Gleiche erfahren durftest und darfst wie ich und auch Erinnerungen hast.
      Angst: ich denke bei so einer Verbundenheit haben wir die alle.
      Ich drück dich zurück!

  11. Wow ein wunderschöner Post, das stimmt, man versucht immer sein Bestes zu geben als Eltern. Schön, dass du soviel positives in deiner Familie erleben durftest.

    Liebe Grüsse

    Priscilla

  12. Sehr schöner Text, liebe Jenny! Die Familie ist mir auch mega wichtig und ich bin glücklich und dankbar von ihr umgeben zu sein und dass wir uns mit Liebe und Respekt begegnen. Das ist nämlich leider nicht selbstverständlich und dies muss man sich ab und zu mal bewusst machen. Dein Post ist da ein Anstoß!
    LG Sonja

  13. Ganz ganz toll geschrieben und vollkommen wahr!

    Ich habe leider meine Eltern, meinen Bruder und meine Großeltern nicht mehr, aber ich kann mich noch so gut an ganz viel erinnern.

    Manchmal nehme ich mir meine Fotokisten und -alben raus und versinke in Erinnerungen an früher… sie fehlen mir alle so unsagbar, aber ich weiß zu schätzen, was sie für mich getan und mir mitgegeben haben!

    Liebst
    Bine

    1. Liebe Bine,
      das tut mir sehr leid :(.
      Ich hoffe die Erinnerungen sind Schöne, aber sonst würdest du ja nicht die Fotokisten herausholen <3.
      Liebe Grüße!

  14. Dein Beitrag ist ja so, so schön geschrieben und ich kann den Inhalt auch nur 100%ig so unterschreiben – und ich finde es so toll, wenn man dies frühzeitig erkennt. Oft machen wir uns das alles gar nicht bewusst, bis es dann zu spät ist.

    Ganz liebe Grüße,
    Tina

  15. Liebe Jenny,
    dein Beitrag berührt mich sehr! Als ich wusste, dass ich Schwanger bin haben sich meine Prioritäten schlagartig geändert. Es wurde auf einmal zur neben Sache mir etwas zu kaufen, bevor mein Sohn nicht alles hat was er braucht. Für meine Kinder stecke ich gerne zurück 🙂
    Liebste Grüße und einen guten Start in die Woche,
    Yasmin

  16. Sehr schön geschrieben!! Wir sind eben für immer unserer Eltern Kinder und sie wollen noch immer, dass es uns gut geht! Ganz egal wie alt und selbsständig wir schon sind! 🙂

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