Es gibt diesen einen Moment, für den ich im Winter alles stehen und liegen lasse: Wenn die Welt unter einer glitzernden Schneedecke verstummt, die Luft so klar ist, dass jeder Atemzug die Lungenflügel weitet, und unter den Stiefeln dieses unvergleichliche Knirschen ertönt.
Winterwandern ist für mich pure Meditation. Es ist die Entschleunigung, die wir nach dem Trubel des Jahreswechsels so dringend brauchen. Doch so sehr ich die frostige Ästhetik liebe – meine Haut ist da oft anderer Meinung. Wer kennt es nicht? Man kommt nach Stunden im Freien glücklich, aber mit knallroten, spannenden Wangen nach Hause.
Damit der „Glow“ nach der Wanderung gesund bleibt und nicht in schuppige Trockenheit umschlägt, ist die richtige Gesichtspflege im Winter entscheidend.

Warum unsere Haut im Winter „Hunger“ hat
Im Winter ist unsere Haut im Dauereinsatz. Draußen peitscht uns der eisige Wind entgegen, drinnen entzieht uns die trockene Heizungsluft die letzte Feuchtigkeit. Das eigentliche Problem liegt aber in der Biologie: Ab einer Außentemperatur von etwa 8 °C stellen unsere Talgdrüsen die Produktion fast ein.
Das Ergebnis: Der natürliche Schutzfilm der Haut wird brüchig. Die Feuchtigkeit verdampft schneller und Schadstoffe haben leichtes Spiel.
Was die Haut jetzt wirklich braucht
Wenn du dich auf den Weg in die verschneiten Berge oder den heimischen Wald machst, braucht deine Routine ein Upgrade. Vergiss leichte Gele – im Winter darf es reichhaltiger sein.
• Lipide statt nur Feuchtigkeit: Eine reine Feuchtigkeitscreme auf Wasserbasis kann bei Minusgraden auf der Hautoberfläche sogar gefrieren und die Äderchen schädigen. Setze stattdessen auf Wasser-in-Öl-Emulsionen. Inhaltsstoffe wie Sheabutter, Squalan oder Avocadoöl wirken wie ein Schutzschild.
• Der unterschätzte UV-Schutz: Schnee reflektiert bis zu 80 % der UV-Strahlen. Wer auf dem Gipfel in der Sonne steht, fängt sich ohne SPF schneller einen Sonnenbrand ein als im Hochsommer am Strand. Ein spezieller Winter-Sonnenstick schützt zudem vor Erfrierungen an Nase und Wangen.
• Barriere-Helfer: Wirkstoffe wie Ceramide oder Panthenol helfen der Haut, sich nach der Kälte-Exposition zu regenerieren.

Meine Routine für den Winter-Outdoor-Tag
- Vorbereitung: Vor dem Rucksackpacken trage ich eine reichhaltige Wind- und Wettercreme auf. Wichtig: Die Lippen nicht vergessen! Ein Balsam mit Bienenwachs oder hochwertigen Ölen verhindert das Aufspringen.
- Während des Wanderns: Viel trinken! Auch wenn man bei Kälte weniger Durst verspürt, braucht die Haut die Flüssigkeit von innen.
- Die Pflege danach: Zurück in der warmen Stube? Bloß nicht direkt vor den Kamin oder unter die kochend heiße Dusche. Die Haut braucht Zeit, um sich zu akklimatisieren. Eine beruhigende Maske am Abend wirkt Wunder.

Die ultimative Winter-Wander-Beautybag: 5 Must-haves
Wenn wir draußen unterwegs sind, zählt jedes Gramm im Rucksack, aber bei der Pflege machen wir keine Kompromisse. Vielleicht ist unter meinen Beautytipps auch etwas dabei, dass ihr passend zum Weltfrauentag verschenken könnt? Hier könnt ihr auf die Bedürfnisse der Beschenkten eingehen.
Hier sind die Essentials, die meine Haut durch den Frost retten:
- Der „Bodyguard“:
Reichhaltige Wind- & Wettercreme
Vergiss deine leichte Tagespflege. Du brauchst eine Barrierecreme, die auf Lipiden basiert.
• Worauf du achten solltest: Inhaltsstoffe wie Sheabutter, Bienenwachs oder Pflanzenöle (z. B. Mandel- oder Jojobaöl). - Sonnenschutz-Stick (SPF 50):
In der Tasche ist ein Stick viel praktischer als eine Tube, weil du ihn auch mit Handschuhen schnell über Nase und Wangenknochen ziehen kannst.
• Warum: Wie oben erwähnt, ist die UV-Belastung im Schnee extrem hoch. - SOS-Lippenpflege mit Depot-Effekt
Lippen haben keine eigenen Talgdrüsen – sie sind der Kälte schutzlos ausgeliefert.
• Wichtig: Meide Produkte mit viel Mineralöl (Paraffinum Liquidum), da diese oft nur kurzzeitig helfen und die Lippen langfristig eher austrocknen. - Die „Nach der Wanderung“ Beruhigung: Overnight-Mask
Wenn du abends aus den Wanderschuhen schlüpfst, ist deine Haut im „Repair-Modus“.
• Wirkstoffe: Hyaluronsäure für den Feuchtigkeitsboost und Ceramide, um die Hautbarriere wieder zu kitten. - Handcreme
Deine Hände sind beim Wandern oft in Handschuhen versteckt, aber die trockene Luft setzt ihnen trotzdem zu.
• Mein Tipp: Eine Handcreme mit Urea (bindet Feuchtigkeit) oder Panthenol. Vor dem Schlafengehen dick auftragen – wirkt wie eine Kur.

Pro-Tipp für unterwegs: Wenn deine Wangen während der Wanderung anfangen zu „beißen“ oder unangenehm zu spannen, klopfe ein wenig Lippenbalsam (ohne Minze/Menthol!) sanft auf die betroffenen Stellen. Das rettet die Hautbarriere sofort!
Winterwandern ist Wellness für die Seele. Mit der richtigen Pflege sorgen wir dafür, dass auch unsere Haut diese Auszeit genießen kann. Also: Einpacken, Eincremen und raus in den Schnee!
Liebt ihr es genauso wie ich im Winter draußen zu sein? Nutzt ihr besondere Hautpflege für die kalter Jahreszeit?