Die Adventszeit! Hand aufs Herz: Ich liebe sie. Ich meine, wer tut das nicht, dieses sanfte, warme Gefühl, das sich mit den ersten Lichtern im Wohnzimmer ausbreitet? Bei mir gehört das unbedingt dazu: Sanfte Lichterketten und Kerzenschein. Das besondere, tiefe Hygge-Gefühl. Der Duft von selbstgebackenen Keksen und heißen Getränken.
Die unverzichtbare Weihnachtsmusik – bei mir läuft (natürlich!) die CD der Roten Rosen in Dauerschleife.
Die gemütlichen Abende mit meiner Familie und meinen Freunden, die Seele baumeln lassen.
Kleine, beschauliche Weihnachtsmärkte mit echten Kunsthandwerkern, fernab vom Trubel, sind Balsam für die Seele. Sie verkörpern genau das, was die Weihnachtszeit für mich sein sollte: besinnlich und schön.

Der Stressfaktor Autofahren, wenn der Heimweg zur Zerreißprobe wird
Der frühe Morgen ist noch mein Freund. Um 6:15 Uhr, auf dem Weg zur Arbeit, genieße ich die stimmungsvollen Straßenbeleuchtungen – die stillen Sterne an den Laternen. Eine fast schon meditative Atmosphäre in der Dunkelheit.
Aber dann… kommt der Nachhauseweg.
Und damit beginnt der alljährliche Weihnachtsstress. Die Straßen sind verstopft, das Lichtgewitter der Dämmerung ist für meine Augen purer Stress. Dazu dieser üble Gestank von Autoabgasen, der in mein Auto kriecht. Und die Menschen? Sie hetzen, die Gesichter vom Stress gezeichnet, die vollen Einkaufstüten als sichtbares Zeichen der Pflicht.
Mein Autoradio bleibt in dieser Zeit konsequent aus. Ich habe keine Lust mehr auf die aggressive, unvermeidliche Werbung für Weihnachtsgeschenke – dieses ständige: Mehr, teurer, exklusiver!
Großmärkte des Konsums: Wo der Glühwein die Kunst verdrängt
Jetzt muss ich mal klar reden: Große Weihnachtsmärkte in den Innenstädten sind für mich ein Graus.
Es sind Menschenmassen, die von den Geschäften auf die Gehwege strömen, vollgepackt mit (vermeintlichen) Geschenken. Die eigentlichen Marktstände? Sie bestehen gefühlt zu 90% aus Fressbuden und die restlichen 10% aus kleinen Ständen, die oft lieblosen Krimskrams verkaufen. Die hohen Preise für die Gaumenfreuden lasse ich mal außen vor.
Was mich aber besonders stört, sind die Glühweinstände, die sich schon am frühen Abend in Ansammlungen von leicht angetrunkenen Menschen verwandeln. Ein Durchkommen wird schwierig, ein beschauliches Verweilen fast unmöglich. Tagsüber mag das anders sein, aber diesen Luxus habe ich nach Feierabend eben nicht.
Geschenke-Wahnsinn und der Wert von Weihnachten
Ich spreche hier nur von meinen Beobachtungen und den Erzählungen, die man als nicht Elternteil so mitbekommt: Die Wunschlisten werden immer länger. Das meiste landet ohnehin unter den Weihnachtsbaum. Unheimlich viel Geld fließt, und ich habe das Gefühl, der Wert des eigentlichen Weihnachtsfestes wird oft daran gemessen, wie viel unter dem Baum liegt.
Wann haben wir verlernt, dass weniger mehr sein kann? Geniessen wir doch das, was uns die kleinen Freuden bereitet und sei es das schöne warme Licht um uns herum.

Verpflichtungen statt Vergnügen: Weihnachtsfeiern als Zwang
Ich kann mich gut zurückhalten, wenn es um Weihnachtsfeiern geht. Manche lieben sie – und das ist gut so! Für mich sind sie jedoch oft nur ungeliebte Verpflichtungen.
Ich beobachte, wie viele Menschen sich gezwungen fühlen, daran teilzunehmen, nur um das schlechte Gefühl zu vermeiden, als Ausstehender dazustehen. Dieser soziale Druck lässt die Leute auf große, oft laute Feiern gehen, bei denen der Alkohol dann das Einzige ist, was die Stimmung auflockern soll. Nein, danke. Nichts für mich.
Zurück zur Besinnlichkeit: Wie war es früher?
Ich möchte fast behaupten, dass die Adventszeit früher stressfreier war. Die Märkte waren entspannter, die Stände ausgewogener: Handwerkskunst und Essen. Die Leckereien waren erschwinglicher, das Stöbern machte Freude. Die Einkaufstüten waren leerer, die Gesichter fröhlicher.
Vielleicht liegt es daran, dass die Konsumgeilheit noch nicht so hoch war? Die Wunschlisten kürzer? Und ja, die ersten Lebkuchen gab es eben erst am 1. Dezember – die Vorfreude war riesig!
Das Wichtige bleibt: Mein Hygge-Weihnachtsfest
Trotz aller Kritik am Drumherum: Das eigentliche Weihnachtsfest steht für mich, und zum Glück auch in vielen Familien, unter dem Zeichen der Besinnlichkeit.
Gemeinsames Abendessen, Kerzenschein und der Weihnachtsbaum, leise Musik und die Bescherung (abgesehen von zu vielen teuren Geschenken).
Das ist eine alte Tradition, die ich bewahren möchte. Das Hyggefeeling mit meinen Liebsten, ohne Stress, in vollem Genuss.
Ich möchte meine Wahrnehmung nicht verallgemeinern. Es gibt sie, die kleinen, wunderschönen Märkte. Es gibt Weihnachtsfeiern, die Spaß machen. Und es gibt Familien, die sich auf das Wesentliche konzentrieren.
Genau das ist es: Ein Hygge-Weihnachtsfest, wundervoll, ruhig, friedlich und mit lauter lachenden Gesichtern.
Das ist mein Wunsch.

Was denkst du? Bist du auch im Hygge-Modus oder eher im Stress-Strudel gefangen? Teile deine Gedanken und Tipps in den Kommentaren!
7 thoughts on “Hygge vs. Hektik: Meine ganz persönlichen Gefühle zur Adventszeit”
Früher war die Atmosphäre auf den Märkten auch noch eine andere. Heutzutage steht nur noch der Profit im Mittelpunkt. LG Romy
Hier in der Stadt ist es so, das die meisten Menschen vor Weihnachten gestresst herumlaufen. Weihnachtsmärkte sind aber eher gemütlich bei uns.
Ich wünsche dir eine Hygge Vorweihnachtszeit! Liebe Grüße
Hey, der Stress ist wirklich unschön. Ich freue mich jedoch, dass eure Märkte gemütlich sind.
Liebe Grüße!
Ich bin kein Fan von Menschenmengen in der Stadt. In der Vorweihnachtszeit meide ich das. Ebenso die überfüllten Weihnachtsmärkte mit überfüllten Glühweinständen.
Liebe Grüße
Sabine
Liebe Sabine,
da sind wir uns ja gleich. Ich war diese Woche einmal kurz, wirklich kurz, über den Weihnachtsmarkt gelaufen und es war kaum ein Durchkommen. Unschön.
Liebe Grüße!
Dankeschön, wir werden sicherlich auch noch viel Freude mit den Proben haben =) Die 3 Sorten sind schon mal lecker.
Danke ich hoffe du hattest auch einen schönen 3. Advent
Ja in der Weihnachtszeit wo alles doch besinnlich sein sollte, gibt es mitunter auch echt viel Stress. Wobei ich in den letzten Jahren echt wenig davon hatte, weil ich versuche es so entspannt wie möglich anzugehen 😀 Nur dieses Jahr is es mir wohl nicht vergönnt, haben einen Wasserrohrbruch im Haus… Aber gut wird schon werden.
Hey,
ohje, ein Wasserrohrbruch braucht wirklich niemand. Ich hoffe sehr, dass bald wieder alles in Ordnung ist.
Liebe Grüße!