Hygge & Licht: Warum Skandinavier trotz dunkler Winter die glücklichsten Menschen sind

Stell dir vor, es ist 15:30 Uhr. Draußen ist es schon fast stockfinster, der Wind peitscht Regen gegen die Scheiben und das Thermometer kriecht Richtung Nullpunkt. In weiten Teilen Skandinaviens ist das die Normalität von November bis März. Doch während man andernorts in den „tiefen Winterblues“ verfällt, zünden die Dänen Kerzen an und genießen Hygge – das dänische Wort für Glück.
Wie schaffen sie das? Die Antwort liegt im bewussten Umgang mit dem Kontrast zwischen Shadow and Light.

Winter und Tee

Warum uns die Deckenlampe unglücklich macht

Wir Menschen sind biologisch auf den Rhythmus der Sonne programmiert. Blaues Licht (wie das Tageslicht oder das Leuchten unserer Smartphones, Laptops und Tablets) signalisieren unserem Körper: „Wach auf, produziere Cortisol!“
In einigen Haushalten brennt abends die große Deckenleuchte – ein Fehler. Dieses helle, grelle oft kühle Licht von oben simuliert uns die Mittagssonne, die es im Winter gar nicht gibt. Das Ergebnis? Unser Biorhythmus gerät durcheinander, wir kommen schwerer in den Schlaf und fühlen uns gestresst.
Der skandinavische Weg: Sie nutzen Licht nicht, um die Dunkelheit zu besiegen, sondern um sie zu gestalten. Sie setzen auf Lichtquellen, die das Feuers imitieren. Dieses warme Licht signalisiert unserem Gehirn die Produktion von Melatonin und sofort entspannen wir uns.

Die Philosophie der Lichtinseln

Ein hyggeliges Zuhause kennt keine totale Ausleuchtung. Stattdessen nutzt man kleine Lichtinseln. Zum Beispiel:
• Eine tiefhängende Stehleuchte
• Kerzen, ob LED oder Wachs
• Kleine Tischlampen
• Dezente Lichterketten

Hygge-Lichter-Einrichtung

Warum uns das glücklich macht
Schattenspiele sind genauso wichtig wie Licht. Sie schafft Geborgenheit. Psychologisch fühlen wir uns in einem Raum, der kleine, hyggelige „Nischen“ schenkt, geschützter als im Flutlicht.
Das lebendige Licht
Auch genannt Die „Levende Lys“. Wusstest du folgendes?
Dänemark weist einen der höchsten Pro-Kopf-Verbräuche an Kerzen weltweit auf.
Für das Glücksgefühl ist die Art des Lichts entscheidend. Eine elektrische Lampe scheint unverändert, aber eine Kerzenflamme bewegt sich. Dieses lebendige Licht erzeugt wundervolle sich bewegende Schatten an den Wänden.
Genau das ist es, was eine Art besinnliche Wirkung auf unser Nervensystem hat, nur eben das Gegenteil der Digitalen.

Das Fenster als Botschaft

Wer durch dänische Orte spaziert, bemerkt etwas Spannendes, etwas, was man in Deutschland sehr wenig beobachtet: In fast jedem Fenster steht eine Lampe oder ein Leuchter. Schon beim Schlendern erhascht man unwirklich ein Hyggegefühl. Es strahlt Wärme, Verbundenheit und das Willkommen sein aus.

Hygge Lichter Leuchtturmlampe
Tipps für dein Zuhause: Das Shadownlight-Prinzip

Wenn du das Glück des Nordens in deine Wohnung holen willst, gebe ich dir drei Tipps:

  1. Verteile kleine Lichtquellen in deinem Wohnzimmer, am besten in verschiedenen Höhen (Boden, Tisch oder im Regal).
  2. Dimmen ist Pflicht: Dimmbare Leuchten sind perfekt. Sie verändern die ganze Stimmung und passen sich dem Licht des Abends an,
  3. Keine Blendung: Stelle deine Lampen so auf, dass du nie direkt in das Leuchtmittel schaust. Das Licht sollte weich und gestreut werden.
Kerzen und Teelichter
Licht als Werkzeug der Seele

Glück im Winter ist kein purer Zufall. Es ist eine bewusste Entscheidung. Indem wir den Schatten akzeptieren und das Licht gezielt einsetzen, schaffen wir uns Plätze die unsere Augen und unsere Seele wärmen, ganz nach dem Lebensstil: Hygge.

Was ist deine wichtigste Lichtquelle für gemütliche Abende? Schreib es mir in die Kommentare!

12 thoughts on “Hygge & Licht: Warum Skandinavier trotz dunkler Winter die glücklichsten Menschen sind

  1. Ohja mir gefällt er auch sehr gut =)

    Ein sehr schöner Bericht =)
    Ich hatte noch nie so krass helle Lichter in meiner Wohnung, ich mag das generell nicht. Immer nur leichteres oder gedimmtes Licht und Kerzen.
    Ich glaub schon, dass die Skandinavier sehr glücklich sind und ich liebe es dort oben auch sehr. Aber wohnen würde ich da trotzdem nicht wollen, ich bin schon ganz froh über so halbe Tage mit Licht draußen, also unsere Jahreszeiten *lach*.
    Liebe Grüße

  2. Wir hatten schon bei der Planung genau das im Sinn und viel mit indirektem Licht gestaltet. Die Deckenlampen braucht man eigentlich nur, wenn man in einer lauen Sommernacht mal die eine nervige Stechmücke sucht. Was beim Lampenkauf noch wichtig ist, ist die Lichttemperatur. Zu hell und kaltweiß wird schnell ungemütlich. Im Idealfall kann man das vorher ausprobieren.
    Liebe Grüße!

    1. Hey,
      Mücken suchen – ich musste sehr lachen. Ich liebe deinen Humor.
      Ja genau, es sollte ein warmes Licht sein. Kaltes gibt es bei mir auch nicht.
      Liebe Grüße!

  3. Super Tipps liebe Jenny. Das praktiziere ich bereits so, seit ich denken kann. Grelles Licht von der Decke mag ich überhaupt nicht. Zum Arbeiten benutze ich zwar eine Tischleuchte mit Tageslicht-Leuchtmittel. Das wars dann aber auch. Wenn Licht von der Decke,dann muss es für mich dezent sein. Und ich setze es nur so lange ein, wie es gebraucht wird. Zum Beispiel in der Küche.

    Liebe Grüße
    Sabine

    1. Liebe Sabine,
      stimmt in der Küche habe ich es auch, ist ja auch sinnvoll!
      Auf meiner Arbeit gibt es leider nur die krassen Neonröhren. Allerdings hat ein Kollege, auf meinen Wunsch hin, davon zwei Röhren rausgedreht.
      Liebe Grüße!

  4. Oh, das ist so toll geschrieben, dass man diese Wärme bereits spürt.
    Mir ist das mit der Deckenleuchte noch nie bewusst aufgefallen, aber ja, du hast Recht.
    Ich wollte sowieso demnächst etwas umgestalten und zumindest das Schlafzimmer schon ein bisschen wohnlicher gestalten. Das heißt, ich werde ein paar (künstliche) Blumen und vielleicht ein paar Kerzen auf die Fensterbänke stellen. 🙂

    Ich mag auch lieber warmes statt kühles Licht.

    Liebe Grüße, Anja

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