Reisen

ein Urlaub auf der Insel Hiddensee, Reisebericht

Ich habe dort 6 Tage mit meinem Mann verbracht. Wir buchten eine kleine Wohnung in Kloster über http://www.hiddenseeservice.de. Die Buchung war sehr unkompliziert.


Wie komme ich auf die Insel? 


Man hat 2 Möglichkeiten mit der Fähre nach Hiddensee zu kommen. Eine Fähre geht von Stralsund und die andere von Schaprode. Wir haben ca. 38 Euro für 2 Personen hin und zurück gezahlt. Hier mal der Fahrplan:
http://www.reederei-hiddensee.de/

Die Fahrt dauert von Schaprode 1-2 Stunden, jenachdem wo man anlegt.

Fakten 
Die Insel liegt westlich von Rügen in der Ostsee und gehört zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Sie hat ein Fläche von 19,05 qkm und 1032 Einwohner. Sie hat 3 Dörfer: Vitte, Kloster, und Neuendorf.

Was kann ich auf der Insel alles sehen?

Der Leuchtturm
 auf dem Dornbusch gelegen ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Er ist das Wahrzeichen der Insel und hat 102 Stufen. Leider konnte ich den Turm nur von aussen besichtigen, weil der Wind zu stark war und somit der Turm geschlossen! Der Weg dorthin ist gepflastert und führt ca. 2km an grünen Wiesen und oberhalb im Wald genau zum Leuchtturm. Hier und da findet man kleine Bänke zum verweilen.
*Das Gerhart Hauptmann-Haus*
ist heute ein Museum und dort finden auch Kulturveranstaltungen statt. Ich selber war nicht in dem Museum.
*Inselkirche Hiddensee*
Die Kirche liegt in Kloster und ist Evangelisch. Sie ist von innen wunderschön in blau und weiss gehalten. Am Freitag Abend findet dort das Friedensgebet statt an dem ich auch teilgenommen habe. Es war erstaunlich wieviele Hiddenseer dabei waren.


Heimatmuseum Hiddensee
Das Heimatmuseum liegt auch in Kloster, dort kann man die Inselgeschichte verfolgen, man findet bis zu 2500 Fotografien, Gegenstände und Akten. Auch hier war ich nicht zu Besuch und kann leider nicht mehr als Fakten schreiben.

Henni-Lehmann-Haus
Das Haus wurde Anfang des 19. Jahrhunderts von der Familie Lehmann genutzt. Heute ist es das Ratshaus von Vitte. Das sollte man sich auf jeden Fall ansehen

Neuendorf Fischereimuseum „Lütt Partie
Hier wurde ein alter Schuppen zu einem Museum umgebaut. Darin kann man alte Fischereigeräte besichtigen und aus dem Arbeitsalltag der Fischer lernen. Ich habe in dieses Museum mal reingeschaut. Man zahlt etwas freiwilligen Eintritt, es lohnt sich.

Der Strand von Kloster nach Neuendorf


Der Strand erstreckt sich von Norden bis zum Süden der Insel, wobei er am Schönsten im Süden ist. Im Süden der Insel, gelegen zwischen Vitte und Neuendorf ist er auch zum Baden und Sonnen im Sand super geeignet. Alles ist sauber und naturbelassen. Der Sand ist schön gelb und hier und da kann man sogar ein ruhiges Plätzchen in den Dünen finden. Nicht alle Dünen darf man nutzen, da auch sehr viel unter Naturschutz steht.

Von Kloster bis Neuendorf sind es ca. 8km. Man kann diese zu Fuß gehen oder sich ein Fahrrad mieten. Der Weg dorthin zu Fuß kann beschwerlich werden, wenn man den Strand bevorzugt. Auf der Hälfte des Weges endet auch der kleine Weg, der oberhalb des Strandes entlangführt, dann muss man entweder das Fahrrad stehen lassen oder fährt etwa 1 km ins Land rein um dort die gepflasterte Strasse bis Neuendorf zu nutzen.

Mit dem Fahrrad kann man direkt von Kloster bis nach Neuendorf fahren, auf der Fahrt dorthin sieht man etwas mehr als nur den Strand. Zb. Wälder, Moore, einzelne Häuser, Dünengebiete die Naturschutz sind und auch hier findet man überall kleine Bänke zum ausruhen und Gelegenheiten das Fahrrad abzustellen.

Der kleine Inselbus und sonstige Fortbewegungsmittel 
Der kleine Inselbus fährt in der Nebensaison alle 2 Stunden  (tagsüber) von Kloster nach Neuendorf und kostet um die 3 Euro für Hin und Rückfahrt. Wir haben den Bus einmal genutzt und es war auch mal angenehm nicht so weit von unseren Füßen getragen werden zu müssen.
Zudem kann man in jedem Dorf Fahrräder mieten. Ein Fahrrad pro Tag kostet 5 Euro.

Steilküste

Die Steilküste fängt im Norden der Insel an, dort wo auch der Leuchtturm steht. Wir sind an einem Tag ganz am nördlichen Teil der Insel gewesen. Es war beeindruckend schön und ruhig, aber auch sehr windig. Dort ist noch alles naturbelassen und man kann auch nicht weit laufen, da schon sehr bald ein Naturschutzgebiet anfängt. Ein halb gepflasterter Weg und naturbelassener Weg führt dorthin, vorbei an Feldern mit saftigem Grün. Man kann den Weg zu Fuss gehen, jedoch war ich froh, dass wir ein Fahrrad hatten.

Der Hafen
Es gibt 3 Häfen auf Hiddensee. Einer in Kloster, in Vitte und in Neuendorf. Die Häfen sind Anlegestellen der Fähre die von Schaprode oder Stralsund (Insel Rügen) fährt. Die Häfen sind sehr klein, man sollte keine grossen Schiffe erwarten, eher kleine Kutter.

Meine Eindrücke


Das Gefühl der Zeitlosigkeit und Ruhe


Da wir vor Ostern auf Hiddensee waren, gab es kaum Touristen und die Insel war absolut ruhig. Auf der Insel sind Autos verboten, wobei es den kleinen erwähnten Inselbus, ein paar Baufahrzeuge, 1 Polizeiauto und einen Rettungswagen gibt. Es gibt einen gepflasterten Weg der von Norden nach Süden der Insel führt. Der Rest der Insel besteht aus Trampelpfaden, Wiesen, Wäldern und Schotterwegen. Überall findet man kleine Bänke zum ausruhen und geniessen der Natur und Aussicht. Wir sind viel gelaufen und einige Strecken auch mit dem Fahrrad gefahren. Die Landschaft ist einfach wunderschön und faszinierend. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wälder, Wiesen, Strand und Meer. Die Zeit scheint überall stehen geblieben zu sein, keiner ist in Hektik und wenn man aus den Dörfern rauskommt hört man nichts ausser dem Meer rauschen, Vögel und den Wind. Wie oft haben wir auf unsere Rast gemacht und sassen still auf einer Bank, lagen in den Sanddünen oder auf einer Wiese und genossen die absolute Ruhe und die gute Meeresluft.

Der Bernstein von Hiddensee


Auf unserer Strandtour von Norden nach Süden beobachteten wir vereinzelte Menschen, die gebückt im Seetang mit Stöcken und Harken suchten und wunderten uns. Und plötzlich sah ich es funkeln. Vor meinen Füßen lag er: der Bernstein. Schnell verstanden wir, was die Menschen im Tang suchten und wir gingen selber in die Hocke und holten Bernstein aus dem Seegras, dass nach einem heftigen Wind ans Land gespült wurde. Die Bernsteinsuche wurde zu einer kleinen Sucht. Gebückt gingen wir den Strand entlang und waren mit unserer Ausbeute sehr zufrieden.
Wir trafen einen Mann der uns stolz berichtete, dass er 3 Mal im Jahr auf Hiddensee Urlaub macht und schon seine Ausrüstung – eine Gartenharke- dabei hat um auf Bernsteinsuche zu gehen.

Die Verpflegung


In Kloster gibt es 2 kleine Supermärkte in denen man Alles für den täglichen Gebrauch kaufen kann. Vitte hat 1 Supermarkt der noch ein größeres Angebot hatte.
Mit Sicherheit ist es etwas teurer als auf dem Festland, aber das haben wir gerne in Kauf genommen.
Gaststätten und kleine Cafes gibt es genügend. Alles ist deutsche Kost und man findet ein breites Fischangebot.
Wir fanden ein kleines Restaurant in Kloster: Zum kleinen Inselblick. Die Küche können wir wärmstens empfehlen. Die Preise sind wie auf dem Festland.


Läden
Hier und da findet man kleine Souvenirläden. Man kann angefangen von  Kitsch bis hin zu Seemannskleidung, Schmuck, Selbstgestricktes und jede Menge Sanddornprodukte erwerben. Es ist für Jeden etwas dabei und es macht Spaß in den kleinen Läden zu stöbern.

Fisch
ganz klar sollte man sich den frischen Fisch nicht entgehen lassen. Hier kann ich nur von Kloster sprechen, wo wir frischen Fisch direkt vom Fischkutter Namens Willi kauften. Das Angebot ist Saisonbedingt, frisch und absolut lecker!

Was passiert außerhalb der Saison?


Ein Gespräch mit dem Fährmann und einem Gasthausbesitzer.



Wir fragten uns, was passiert außerhalb der Saison auf der Insel?
Ich sprach mit einem Gastwirt:
Ich:“was macht ihr hier im Winter“.
Wirt:“wir machen Urlaub, ich selber haben meine Tauchschule in Thailand, in der ich dann über die Wintermonate arbeite.“
Ich:“Und die anderen Inselbewohner?“
Wirt:“Einige bleiben den Winter über hier und versorgen die leer stehenden Häuser und Pensionen.
Ich:“von was leben die Menschen im Winter?“
Wirt:“sie leben von den Einnahmen des Sommers (Tourismus).

Zudem sprach ich mit dem Fährmann über die Situation der Hiddenseer.
Ich:“was machen sie im Winter?“
Fährmann:“Ich habe Urlaub, dafür arbeite ich im Sommer mehr.“
Ich:“von was leben die Menschen auf Hiddensee im Winter?“
Fährmann:“ es gibt 4 Einnahmequellen: die Vermietung der Pensionen, die Vermietung der Fahrräder, die Gastronomie und die Geschäfte. Diese erwirtschaften im Sommer so viel, dass sie im Winter von dem Geld überleben können.“
Ich:“Was ist mit der Jugend und den Schulen?“
Fährmann:“Die Kinder haben einen Kindergarten, danach gibt es eine Grund und Realschule, leider gehen sie danach aufs Festland um dort eine Ausbildung zu machen oder zu studieren. Die Meisten kommen auch nie wieder zurück auf die Insel.“
Ich:“ Haben sie bedenken, dass die Insel mal keine Jugend mehr haben wird?“
Fährmann:“Es gibt jetzt schon kaum Jugend mehr, auch meine Töchter leben auf dem Festland. Es ist so, dass schon einige Häuser verkauft werden müssen und die Angst, dass Neureiche sich einbürgern, Hotels entstehen und die Insel zu einer Luxusinsel wird, ist schon vorhanden.“
Ich:“ Haben sie Angst Ihren Arbeitsplatz zu verlieren?“
Fährmann:“ Die Reederei und der Weg vom Festland auf Hiddensee wurde von unserer Reederei gepachtet. Das heißt, wir sind alleinige Besitzer des Wasserweges, also kann uns hier kein Anderer dazwischen funken. Allerdings wird Alles teurer und auch in unserem Gebiet werden Arbeiter entlassen, damit die Besitzer der Reederei die Verluste wieder in die eigene Tasche wirtschaften.“

Leider war inmitten des Gespräches die Anfahrt zum Hafen, sodass der Fährmann wieder an die Arbeit musste, aber ich habe selber meine Gedanken aus diesem Gespräch mitgenommen.


Fazit
Hiddensee ist eine Reise wert. Vielleicht nicht unbedingt in der Hauptsaison, da ich mir vorstellen kann, dass die Insel dann von Touristen bevölkert sein wird. Jedoch wer die absolute Ruhe sucht, ist auf Hiddensee vollkommen richtig, wer Party sucht definitiv falsch.

 

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5 Kommentare zu “ein Urlaub auf der Insel Hiddensee, Reisebericht

  1. Danke für diese ausführlichen Darlegungen über Hiddensee. Das hat wirklich Lust auf einen Besuch gemacht.
    Ich wünsche euch ein frohes Osterfest.
    Liebe Güße
    Irmi

  2. Echt schöne Eindrücke.
    Liebe Ostergrüße von Sabine
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