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Patra/Griechenland-Erfahrungen, Reisebericht

Die Hafenstadt Patra in Griechenland

Sie liegt ca. 3 Stunden Busfahrt von Athen (212 km)  entfernt. Patra hat keinen direkten Strand, aber in 10 min. Busfahrt erreicht man schon schöne Strände. Jedoch Patra alleine, ist einen Zwischenstopp wert. Hauptgebiete der Provinz sind: Aegio, Akrata, Aigeira, Araxos, Diakopto, Kalavryta, Patras, Rio, Psathopyrgos.
Die Stadt hat die dritthöchste Einwohnerzahl Griechenlands, Patra ist eine mehr oder weniger Studentenstadt. Sie besitzt eine große Universität, wo nicht nur Griechen, sondern auch Zyprioten studieren. Deswegen bezeichne ich die Stadt als zeitlos, hektisch und doch gemütlich.
Da ich 1 ½ Jahre dort gewohnt habe, möchte ich Euch diese Stadt und so machen Gewohnheiten der Griechen vorstellen.
** Was kann ich in Patra alles sehen? **

* die Kirche *
Die berühmte orthodoxe Kirche in Patra ist weltweit dafür bekannt, das hier Teile vom Kreuz vom liegen an dem Andreas in Patra seinen Märtyrertod fand (einer der Jünger von Jesus). Sie sind unter einer Glaskugel in einer goldenen Kiste. Gläubige küssen diese Kugel und zünden dazu eine Kerze an. Die Kirche ist sehr prunkvoll mit ihren byzantinischen Gemälden.
* der Karneval *
Berühmt ist Patra auch durch den Karneval. Ich durfte die Umzüge 2 mal mit erleben. Die ganze Stadt ist voller Mensche, das über 3 Tage, die Hotels und Pensionen sind ausgebucht und junge Menschen schlafen sogar in Hauseingängen, wenn sie kein Bett mehr mieten konnten. Die Umzüge kann man sich etwas wie in Köln vorstellen, nur viel Trachtvoller und Traditionsreicher. Diese 3 Tage Karneval im Februar hat die Stadt keine ruhige Minute, es scheint als ob die Stadt nicht zum schlafen kommt. Man drängelt sich mehr oder weniger durch die Strassen, mitten im Narrengewühl von einheimischen und Touristen, aber man muss das einfach miterlebt haben.
* die berühmte Brücke **
Hinter Patra in Richtung Rio ist die berühmte Brücke  Rio-Andirrio-Brücke. Die Brücke verbindet Rio mit Andirrio über den Golf von Korinth. Sie wurde von 1999 an gebaut und im August 2004 zur Nutzung freigegeben. Sie ist 2883 Meer lang. Das Markenzeichen diese Brücke ist die blaue Beleuchtung die Nachts unheimlich modern und gigantisch erscheint.
* der Hafen *
Ein anderes Markenzeichen Patras ist der Hafen. Von dort aus legen Schiffe an und ab auf diverse griechische Inseln, aber auch nach Zypern. Es ist ein atemberaubendes Schauspiel wenn so ein Schiff in den Hafen anlegt.


* sonstige Sehenswürdigkeiten *

Zudem hat Patra eine alten römische Festung, eine römische Brücke und ein antikes Konservatorium, ein wunderschönes Stadttheater auf dem Marktplatz von Patra und einen mykenischen Friedhof. Das alles sollte man als Tourist der Stadt auf jeden Fall gesehen haben. Ich selber mochte den kleineren Markt am grossen Hafen Patras, der mit Palmen umgeben ist und inmitten ist eine Sonnenuhr immer die richtige Zeit anzeigt.

* das Gefühl der Zeitlosigkeit *


Patra hat eine hektische und doch gemütliche, zeitlose Innenstadt mit einem wunderschönen Hafen, dem Meer und die Berge dahinter. Kleine Parks, viele Kirchen, Zitronenbäumen und Palmen. Es riecht überall nach Essen und Fisch und Jeder hat Zeit. Wer sich Patra vorstellt, wie es im Urlaubskatalog “Griechenland” zu sehen ist denkt falsch. Klar hat Patra hier und da alte Bauten und schöne Häuser, aber Patra ist Grossteil eine Hafenstadt wo Touristen von den Schiffen einen Stop machen, und es ist eine Stadt voller Studenten die ihre Freiheit genießen. Die Cafes scheinen nie leer zu werden. Außer in den Sommersemestern ist die Stadt wie leergefegt. Jedoch die andere Zeit über sitzen die Studenten und Einheimischen Tag wie Nacht in und vor den Cafes und Restaurants und lassen sich ihren Frappe die Kehlen runter laufen. Es ist ein Gemurmel und Geraune, die Stadt scheint wirklich nie zu schlafen, dank den Studenten. Das schöne an Patra ist, dass es auch im Winter nie richtig kalt wird, so stellen die Cafes und Bars Heizpilze raus, und man sitzt bei wirklich jedem Wetter draussen. Das macht das Flair der Stadt am Meisten aus.
* das kleine und große Chaos *
Die Schiffe die im Hafen einlaufen sind atemberaubend gross. Vor allem Abends ist es wunderschön die Beleuchtung zu sehen.

Die Strassen in Patra sind übervoll, ich weis gar nicht wie ich das beschreiben soll. Wer schon mal im suedelichen Ausland war, weis wie dort gefahren und geparkt wird, aber Patra ist einzigartig. So ein geordnetes Chaos habe ich noch nie zuvor gesehen. Und bisher habe ich erst einen kleinen Unfall entdeckt… jedoch macht sich Polizei hier keine Gedanken, wobei die ne Menge Geld machen könnten, bei dem Chaos.
Ob die Ampel rot oder gruen ist interessiert hier Niemanden, weder Fussgaenger noch Autos noch Motorräder. Fahrrad fahren ist hier lebensmüde, habe auch erst Einen auf einem Fahrrad gesehen. Es wird gehubt wie wild und wer eher ist hat eben Vorfahrt. Anfangs musste ich aufpassen das ich nicht überfahren werde, aber jetzt hänge ich mich einfach in die Masse und gehe mit. Mit dem Motorrad ist man hier am besten gestellt. Helm benutzt sowieso Keiner und die ganze Familie und die Einkaufstüten passen auch noch drauf. Das Parken ist die nächste Sache, aber unheimlich interessant. Wenn kein Platz ist, wird eben in der zweiten Reihe geparkt, egal ob die anderen Autos daneben rauskommen, oder die fahrenden Autos vorbei, es hat ja jeder Zeit. Manchmal beobachte ich, wie sich große Autos in kleine Parklücken drängeln, da kann ich noch was lernen, parken in 20 Zügen

*der Glaube
*
Die Griechen sind sehr gläubige Menschen. Ich habe nun schon einige kleine Kirchen besucht. Die sind voller Prunk… nicht das was ich so mag, aber es sieht wunderschön aus. Die orthodoxen Pfarrer tragen noch die traditionelle Kleidung, der Hut und der schwarze lange Umhang, und dazu die langen, meist grauen Haare das flößt Respekt ein.

Als ich durch die Strassen bummelte habe ich hier und da beobachtet wie die Leute in die, immer offenen, Kirchen gehen und beten, jung wie alt. Zudem hat mich anfangs etwas stutzig gemacht: ich sah wie Leute mitten auf dem Gehweg stehen blieben und anfingen zu beteten und sich zu bekreuzigen, bis ich dann herausfand, dass immer, wenn man eine Kirche sieht die Menschen stehenbleiben und ehrfürchtig werden. Nicht Jeder macht das, meistens ältere Menschen, aber ich finde das schön zu sehen, dass sich Keiner seines Glaubens schämt.

Allerdings hatte ich auch hier meine erste Schockreaktion. Ich war viel mit dem Bus unterwegs und sah auf einmal, wie sich die Leute im Bus alle bekreuzigten! Ich dachte OHJE! So schlecht fährt der Busfahrer doch gar nicht, warum hat denn Jeder hier Angst? Mir war gar nicht gut zumute. Nach einer kleinen Weile passierte das Gleiche wieder. Nach einigen Malen fiel mir dann auf, dass sich die Griechen immer dann bekreuzigen, wenn sie an einer Kirche vorbeifahren, oder laufen. Na wieder etwas gelernt.

* was ist denn da an Weihnachten los? *

zu der Gemütlichkeit…und der Sehnsucht an Weihnachten, wie wir diese verspüren ist zu sagen, dass die Griechen natürlich ganz anders feiern als wir. Bei mir kam dann doch das Heimweh durch: vor allem als meine Mutti anrief und sagte, dass sie den ersten Stollen angeschnitten haben 🙂
naja dafür gibt es hier andere leckere Sachen…
leider ist es hier nicht Brauch, so viele Lichter in den Fenstern zu haben, das haben nur die großen Geschäfte und die Strassen sind voll überladen beleuchtet. So viel Lichter auf der Strasse habe ich noch nie gesehen, zudem sind Lautsprecher in der ganzen Stadt angebracht die durchgehend Weihnachtsmusik spielen. Es riecht hier und da nach leckeren süßen Sachen, trotzdem ist es ein anderer Geruch als bei uns in Deutschland. Auf dem Markt steht hier kein Weihnachtsbaum, sondern hier ist es Brauch ein beleuchtetes Schiff aufzustellen, der Hafenstädte Markenzeichen.
* Fashion *

Ich habe noch nie so viel “Fashion” gesehen wie hier in der kleinen Stadt Patra. Die Meisten tragen die neuste Mode und vor allem übergroße Sonnenbrillen sind der Renner (2007). Man kann hier auch super shoppen wenn man will, viele kleine preiswerte Boutiquen mit allem was das Herz begehrt. Was mich am meisten Zeit kostet sind meine langen Pausen an den kleinen Schaufenstern der Möbelgeschäfte. So viel alter Plunder wieder schön restauriert und dekoriert, da kann man ins Schwärmen kommen. Für alle dieSchmuck und allerhand Kitsch lieben ist Patra zudem ein Paradies, man bekommt von Accessoires bis hin zum übelsten Kitsch alles was man möchte.
* Läden und deren Eigenheiten *

Wer das Obst und Gemüse liebt kann hier alles finden was man sich vorstellen kann, sicherlich bezahlt man ein wenig mehr als im Supermarkt, aber man weis das es frisch ist und vor allem schmeckt.

Nun ratet mal, wo ich das meiste Geld ausgebe? Richtig, für Kekse und Obst.
Die Geschäfte haben von 9.00 bis 14.00 und dann von 17.00- bis 20.00 auf, oft muss ich rennen um noch einen offenen Laden zu erwischen. Aber es gibt hier viele kleine, wie wir sie nennen: Tante Emma Läden, und an jeder Ecke gibt es einen Kiosk, oder die Bäckereien mit den unbeschreiblich leckeren Törtchen und Keksen haben länger auf, oft bis später am Abend. Ich habe gefragt wie es möglich ist, dass all diesen Läden überleben können. Aber die Laeden haben keine Probleme, vor allem die kleinen Tabakkioske mit allerlei Plunder sollen einen guten Umsatz machen. Wie das möglich ist weis ich nicht, vielleicht weil die großen Supermärkte noch nicht den zu grossen Einzug gehalten haben.

* die Märkte *

das habe ich an Patra geliebt. Die Wochenmärkte. Der ein oder andere kennt sicherlich die mediterranen Märkte mit all dem Obst und Gemüse , Fisch und Plunder.
Ich habe des Öfteren so viel Obst und Gemüse eingekauft, das ich kaum mehr tragen konnte, und hatte noch immer keine große Summe an Geld ausgegeben. Alles wird abgewogen und oftmals bekommt man ein kleines Geschenk dazu, sei es ein Apfel oder eine Karotte mehr, das ganze wird dann in Plastiktüten verstaut, mit der Hoffnung das man alles noch tragen kann. Auf den Märkten konnte man so preiswert Vitamine einkaufen, so viel das Herz begehrt. Es ist eine Gewühle und Gedränge. Menschen schieben Ihre Trollys voller Einkauf vor sich her. Die Markschreier schreien sich die Kehle aus dem Hals um den Nachbarstand zu übertönen. Hier und da gibt es mal etwas exotisches Obst, aber der Großteil ist frischer Anbau und super lecker.
Nachdem der Markt von Morgens 8.00 bis Mittags 14.00 auf war, und die Stände abgebaut sind, kommen die Zigeuner und sammeln die heruntergefallenen Obst und Gemüsereste ein, die Strasse ist ein reinstes Chaos, jedoch ist der Saubermachdienst immer sehr schnell und das Chaos ist am nächsten Tag beseitigt.

* Fisch *


Da Patra am Meer liegt ist der Fisch super günstig, ich wurde schon eingeladen zum Fischessen und habe auch schon selber Fisch gemacht. Es ist einfach ein Traum. Wenn man durch Patras Strassen bummelt findet man viele kleine Fischläden, wo der frische Fisch direkt in die Läden kommt. Es lohnt sich dort zu kaufen und es ist einfach lecker.

* Der Kaffee *
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Die Griechen haben wirklich alle Sorten an Kaffees, aber Keiner trinkt den normalen Filterkaffee. Am meisten wird Kaffee mit Eiswürfel getrunken (Frappe genannt) mit unheimlich viel Zucker, ich würde einen Zuckerschock bekommen, und rein einheimisch, schlürft man mehr als 2 Stunden an einem Glas, damit die Mittagspause oder der Abend rumgeht. Ich war nun schon oft mit Bekannten etwas trinken, aber nach einer Stunde konnte ich schon gar nicht mehr sitzen und hatte schon meinen 3. normalen Kaffee hinter mir, aber die Griechen haben die Ruhe erfunden. Wo wir Deutschen schon lange Hektik machen würden sitzen sie noch immer noch gemütlich mit dem gleichen halbvollen Frappe Glas, egal ob jung oder alt.

* und der Strand? *

leider hat Patra selber keinen Strand, aber dazu kann man mit dem Bus ca. 20 Minuten nach Rio fahren. Dort gibt es einen Kieselstrand, ja leider kein Sand. Aber das Wasser ist trotzdem malerisch blau.
Wer Sand haben will, der fährt ca. 1 Stunde nach Kyllini, das ist auch ein Urlaubsort bekannt durch den Robinsonclub, dort gibt es Strand und Sand und Meer in rauen Mengen. Der Bus fährt auch direkt dorthin und teuer ist es auch nicht.
* was gibt es Drumherum zu sehen? *

Etwa 20 Minuten Busfahrt benötigt man um nach Aigio zu kommen, dort findet man kleine malerische Dörfer mit tollen Cafés und Tavernen. Natürlich viel Fisch und fast nur Einheimische. Viele Urlauber kreuzen Patra nur, entweder auf dem Weg mit dem Motorrad nach Athen und oder Korinth und Olympus, andere wiederum auch nur, weil sie von Patra aus auf den nächste Schiff steigen um auf eine der nahe liegenden traumhaften Inseln zu schippern.

* Fazit *

Ich möchte die Zeit nicht missen, in der ich dort gelebt habe, da dort wirklich mehr die Sonne scheint als hier, wachte ich morgens auf von einem Sonnenstrahl gekitzelt und wusste wieder beginnt ein neuer Tag in der nicht allzu schönen, aber gemütlichen Stadt Patra.
Zum Urlaub machen ist die Stadt keinesfalls ratsam, aber für einen kurzen Aufenthalt auf der Reise durch Griechenland, auf jeden Fall Wert.

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6 Kommentare zu “Patra/Griechenland-Erfahrungen, Reisebericht

  1. danke lotustraum! ich finds klasse, wenn leser merken wieviel "passion" ich in einen bericht setze 🙂

    @tinny> danke 🙂 und meeresfrüchte sind ja wohl echt das beste 🙂

  2. Ein wirklich sehr schöner Bericht über Patras, oder Patra wie die Griechen sagen. Schon zig Male haben wir mit der Fähre von Brindisi kommend am Hafen angelegt. Ich konnte gar nicht erwarten mir dort am Hafen die fettigen und sehr salzigen Souvlaki zu kaufen, dass war immer ein Muss. Danach gings weiter auf dem Pelepones Richtung Amaliada. Dort standen wie jedes Jahr mit unserem Wohnmobil auf dem Camping Paradise für mehrere Wochen. Das war der ideale Ort den ganzen Pelepones zu erkunden. Leider sind nun die Kinder groß und haben keine Lust mehr auf Wohnmobilurlaub.
    Liebe Grüße
    Sigrid

    1. Hey Sigrid,
      schön, dass du meine Leidenschaft zum Patra und auch zum Suflakia teilst :).
      Auch wenn die Kinder groß sind, kannst du ja immer noch mit deinem Partner reisen :).
      Liebe Grüße!

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