Lebensnah

Elternprotest „Kein Weg zu weit“, Eltern radeln nach Berlin zur Hebammen – Demo

Die Situation der Hebammen ist euch bereits bekannt und das Thema ist so präsent wie noch nie. Stehen unsere freiberuflichen Hebammen vor der Arbeitslosigkeit?
Schon jetzt zahlen die freiberuflichen Hebammen 5000 Euro jährlich für ihre Haftpflichtversicherung, doch ab Juli 2015 will die Nürnberger Versicherung aussteigen. Das würde bedeuten:
Freiberufliche Hebammen stehen vor dem Aus.

Hebammenproteste, die Hebammenpetition sowie die sozialen Netzwerke werden eingesetzt um auf die Situation aufmerksam zu machen in der Hoffnung, dass eine Lösung zugunsten der Hebammen gefunden wird.

KEIN WEG ZU WEIT!
Auch die Mütter Bianca Kasting, Christiane Brosat, Laura Vollmann und Jana Meiners protestieren, aber das auf eine ganz andere Art!
Sie radeln mit Kindern im Alter von 5 Monaten, 12 Monate und 16 Monate quer durch Deutschland zur Demo nach Berlin. Partnerstädte begleiten die Fahrt vom 1.4.-11.4.14 mit Aktionen! Am 12.4.14 ist Demo in Berlin um für die Hebammenversorgung, unsere Wahlfreiheit und Selbstbestimmung ein Zeichen zu setzen.

kein weg zu weit
Ich habe für euch mit Bianca telefoniert und sie über diese Aktion befragt.

Liebe Bianca, wie kam es zu dieser grandiosen Idee?
Ich wohne sehr ländlich und sah vor ca. 2 Wochen 2 Männer mit Rucksäcken und dachte, die wandern eine sehr lange Strecke und in diesem Moment wurde mir klar, ich muss eine Aktion starten. Da ich nicht zu Fuß mit meinem Kind von Hameln bis Berlin laufen kann entschied ich mich für das Fahrrad.
Zu Hause angekommen zeigte mir der Kalender die Hebammenprotest Aktion am 12.4.14 in Berlin an. So begann ich die mir noch verbleibenden Tage zur Vorbereitung meiner Fahrradstrecke zu nutzen. Die genauen Pläne kamen mir erst nach und nach in den Sinn.

Ich nutze Facebook um auf meine Idee aufmerksam zu machen und postete auf Hebammenunerstützung mein Vorhaben.
Ich erhielt ein unbeschreiblich tolles Feedback und ca. 40 Menschen halfen mit beim Organisieren.
Es entwickelte sich eine Gemeinschaftsorganisation die unglaublich toll ist!

Welche Route habt ihr geplant?
1.4. Hameln – ANKUNFT und AKTION (Eltern gesucht!)
2.4. Hameln – Elze
3.4. Elze – Hildesheim
4.4. Hildesheim Wolfenbüttel
5.4. Wolfenbüttel – Schöningen
6.4. Schöningen – Wanzleben
7.4. Wanzleben – Magdeburg
8.4. Magdeburg – Rottstock (nicht Rostock! :-))
9.4. Rottstock – Lehnin
10.4. Lehnin – Potsdam
11.4. Potsdam – Aktion (Eltern gesucht!)
12.4. Potsdam – BERLIN

kein weg zu weit

Wer finanziert die Aktion?
Der Aufruf auf Facebook hat uns zur finanziellen Unterstützung verholfen. Wir haben nicht nur Fahrtenunterstützung erhalten sondern sogar Kleiderspenden für die Fahrradbekleidung.
Wenn das Geld nicht aufgebraucht wird werden wir es dann an die Hebammenunterstützung oder an andere Hebammenvereine spenden.
Ich fühle mich durch die tolle Unterstützung von Deutschland getragen, lieben Dank!

Welche Rolle spielen dabei die Partnerstädte?
Wir selber radeln durch kleinere Städte, aber an jedem Halt den wir zur Übernachtung einlegen werden parallel in größeren Städten Aktionen stattfinden die auf die Hebammensituation aufmerksam machen werden, denn auch wir werden in den kleinen Städten aufklären!

Die geplanten Partnerstädte für die Tour sind:
Di, 1.4. Kiel/Oldenburg/Sylt
Mi, 2.4. Karlsruhe
Do, 3.4. Köln
Fr, 4.4. Frankfurt
Sa, 5.4. Leipzig
So, 6.4. München
Mo, 7.4. Nürnberg
Di, 8.4. Bremen
Mi, 9.4. Hamburg
Do, 10.4. Essen
Fr, 11.4. POTSDAM (Bianca vor Ort)
Sa, 12.4. > BERLIN DEMO (Bianca vor Ort)

Es kann sich an den Städten jedoch noch etwas ändern, da wir in der kurzen Planungsphase wenig Zeit hatten mehr zu organisieren.

Welche Hindernisse werden euch auf der Tour erwarten?
Tausende, deswegen schlafe ich schon ganz schlecht. Ich habe bisher noch keine Probefahrt mit meinem Kind gemacht. Die Etappen betragen ca. 30 km pro Tag. Es wird natürlich ein Begleitfahrzeug dabei sein, damit im Fall der Fälle sofort regiert werden kann, denn natürlich mache ich mir Gedanken ob die Kinder schlafen werden, ob sie unruhig werden, ob das Wetter mitspielt, welche Komplikationen es geben könnte. Aber es soll ja keine Wellnessreise werden, sondern wir wollen etwas bewegen! Wenn wir verlangen, dass sich Herr Gröhe bewegt, sollten wir uns auch bewegen.

kein weg zu weit

Wo werdet ihr übernachten?
Wir haben uns in Hotels eingebucht.

Werden euch noch andere Familien mit dem Fahrrad begleiten?
Nein, es ist schon sehr aufwendig unsere Babys zu versorgen. Wir treffen uns immer in den Ortschaften mit den Menschen die uns helfen wollen.
Erst kurz vor Berlin werden dann Viele zusammen kommen und wir werden gemeinsam zum Hebammenprotest radeln.

Was möchtest du mit dieser Aktion bewegen?
Natürlich protestieren Hebammen, aber wir Eltern protestieren auch und wir nennen es Elternprotest.
Auf der Fahrradtour möchte ich mit Menschen sprechen, Erfahrungsberichte sammeln, Menschen über die Situation der Hebammen aufklären! Zu viele Unwahrheiten und falsche Nachrichten sind im Umlauf, ich möchte berichten, dass es alle Hebammen betrifft. Es ist wichtig für unsere Hebammen aufzustehen, das sollten die Menschen verstehen und wissen!
Der Druck auf die Politiker soll durch diese Aktion erhöht werden.
Wir wollen Aufmerksamkeit erreichen!

Wir fordern den Erhalt aller Hebammenleistungen! 
Wir fordern unsere Hebammen zurück!
Wir fordern eine eins zu eins Betreuung!
Wir fordern das Recht auf Wahlfreiheit!

Während der Tour wird euch Bianca auf dem neusten Stand halten und euch von unterwegs und den Aktionen der Partnerstädte berichten. Das könnt ihr auf der Facebookseite „Kein Weg zu weit“, hebammenblog.de oder auf change.org verfolgen.

Liebe Bianca,
ich bedanke mich ganz herzlich, dass Du dir noch kurz vor Deiner Abreise die Zeit für das Interview genommen hast!
Ich wünsche Dir, Christiane Brosat, Laura Vollmann und Jana Meiners sowie euren Kindern eine gute Reise, viele gute Gespräche, tolle Erlebnisse, wenig Hindernisse und ich bin mir sicher:
EUCH IST KEIN WEG ZU WEIT UM ETWAS FÜR UNSERE HEBAMMEN ZU BEWEGEN!

Hinweis
Fotos wurden mit Genehmigung der Rechteinhaber eingebunden.

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8 Kommentare zu “Elternprotest „Kein Weg zu weit“, Eltern radeln nach Berlin zur Hebammen – Demo

  1. Hallo, die nehmen aber etwas auf sich! 30 km am Tag mit den kleinen ist ja schon anstrengend. Ich bin auf auf weiter Infos darüber sehr gespannt und werde fleissig das geschehen mitverfolgen ! Allen Toi toi toi und gutes Wetter und viel Erfolg! Lg Tina-maria

  2. Eine tolle Aktion. Alleine der Gedanke zu so einer Idee ist schon klasse, aber sie dann auch noch in die Tat umzusetzen, erfordert allerhand Respekt und Bewunderung!
    Ich wünsche den Frauen mit Kindern eine tolle und sehr erfolgreiche Tour…denn ich finde es unmöglich, wie die neuen Hebammen-Pläne lauten!
    Deutschland will mehr Kinder – schafft es aber überhaupt nicht, erstmal Kinder- und Familienfreundlich zu werden. Das regt mich schon lange auf. Und nun auch noch so eine schwachsinnige Idee.
    Diese Kinder- und Familienunfreundlichkeit beginnt ja künftig schon mit dem Kinder kriegen, sofern die Pläne in Kraft treten. Eine ausreichende Vor- und Nachbetreuung ist dann definitiv nicht mehr gewährleistet!
    Von den ganzen anderen Dingen, die unsere Politiker aus Berlin, aber auch in den einzelnen Städten und Kommunen bezüglich Kindern und Familie nicht hinbekommen, reden wir erst gar nicht…

    Ales Gute für die Frauen und Dir Danke für den tollen Beitrag!

    LG Andrea

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