Kennt ihr diese Beauty-Produkte, die gefühlt seit Jahren gehypt werden, bei denen man sich aber insgeheim fragt: Ist das wirklich so gut oder ist das nur verdammt gutes Marketing? Genau so geht es vielen beim Thema Arganöl. Auf Instagram und in den Drogerien stolpert man schließlich an jeder Ecke über das sogenannte „flüssige Gold“.
Doch was ist dran an dem Versprechen? Gerade wenn im Winter die Spitzen extrem trocken werden und die Gesichtshaut anfängt zu zicken, suchen wir alle nach dem einen Retter in der Not. Und die Beauty-Welt ist sich einig: Der Hype um das marokkanische Öl ist absolut real. Es ist eben kein kurzlebiger Trend, sondern ein echter Pflege-Klassiker mit wissenschaftlich bewiesener Wirkung.
Woher dieses Wunderöl kommt, was es wirklich kann und wie ihr es am besten für eure Haut und Haare nutzt, erfahrt ihr in diesem Post!
Die Herkunft: Woher kommt das flüssige Gold?
Arganöl ist kein Laborprodukt, sondern reine Naturkraft mit einer faszinierenden Geschichte. Es wird aus den Nüssen des Arganbaums (Argania spinosa) gewonnen. Das Besondere daran? Dieser Baum ist ein echter Überlebenskünstler und wächst weltweit ausschließlich in einer einzigen Region: im Südwesten Marokkos, einem UNESCO-Biosphärenreservat.
Die Gewinnung ist bis heute traditionelle Handarbeit, die meist von Frauenkooperativen der indigenen Berber-Bevölkerung durchgeführt wird.
• Die reifen Früchte werden getrocknet.
• Das Fruchtfleisch wird entfernt und die extrem harte Nuss mühsam mit Steinen geknackt.
• Die darin enthaltenen Mandeln werden gepresst.
Für einen einzigen Liter reines, kaltgepresstes Arganöl braucht man etwa 30 Kilogramm Früchte und rund 15 Stunden Arbeit. Kein Wunder also, dass es zu den wertvollsten Pflanzenölen der Welt gehört und seinen Preis hat!

Die inneren Werte: Was macht Arganöl so gesund?
Bevor wir zu den Effekten kommen, kurz ein kurzer Blick auf die Fakten. Warum wirkt Arganöl so gut? Es ist vollgepackt mit Inhaltsstoffen, die unsere Zellen lieben:
• Hoher Gehalt an Vitamin E (Tocopherole): Ein starkes Antioxidans, das die Haut vor freien Radikalen (wie UV-Strahlung und Umweltverschmutzung) schützt.
• Essenzielle Fettsäuren: Vor allem Ölsäure und Linolsäure (Omega-6). Sie stärken die Hautbarriere und spenden intensiv Feuchtigkeit.
• Schottenol und Spinasterol: Seltene Pflanzensterine, die regenerierend und entzündungshemmend wirken.
Arganöl für die Haare
Wenn eure Haare durch Föhnen, Glätten oder Färben strapaziert sind, ist Arganöl perfekt für eure Haare. Es legt sich wie ein schützender, ultraleichter Film um das Haar, ohne es zu beschweren.
Anwendungen für die Haare:
- Als Leave-in-Pflege: Nach dem Haarewaschen verriebe ich 2-3 Tropfen Öl in den Handflächen und knete es in die feuchten Spitzen. Das sorgt für einen wunderschönen Glanz und beugt Frizz vor.
- Als intensive Haarkur: Einmal pro Woche kann man eine großzügige Menge Öl in die Längen und die Kopfhaut einmassieren, lasse es unter einem Handtuch für mindestens eine Stunde (oder über Nacht) einwirken und wasche es danach gründlich mit einem milden Shampoo aus.
- Kopfhaut-Retter: Wer zu trockener, juckender Kopfhaut oder Schuppen neigt, kann ein paar Tropfen einmassieren. Es beruhigt die Haut sofort.

Arganöl für die Haut
Viele haben verständlicherweise Angst, sich pures Öl ins Gesicht zu schmieren – „Hallo, Pickel!“. Aber hier kommt die Entwarnung: Arganöl hat einen komedogenen Grad von 0. Das bedeutet, es verstopft die Poren nicht! Es ist sogar genial für unreine Haut, weil es regulierend wirkt.
Die Wirkung auf die Haut im Überblick:
Trockene Haut
Schließt Feuchtigkeit ein, repariert die Barriere und mindert Spannungsgefühle.
Reife Haut
Wirkt als natürliches Anti-Aging-Mittel, polstert kleine Fältchen auf und fördert die Elastizität.
Unreine, sensible Haut
Wirkt entzündungshemmend und antibakteriell. Hilft dabei, dass Pickelmale schneller verblassen.
Anwendungs-Tipp: Tragt das Öl niemals auf die komplett trockene Haut auf. Das Öl braucht Feuchtigkeit, um optimal einzuziehen. Sprühe das Gesicht erst mit Thermalwasser ein und massiere dann 2-3 Tropfen Arganöl in die noch feuchte Haut. Zieht super schnell ein und hinterlässt einfach nur einen gesunden, prallen Glow.

Worauf solltet ihr beim Kauf achten?
Damit das Arganöl seine volle Wirkung entfalten kann, solltet ihr nicht zum billigsten Produkt greifen, das mit Parfümstoffen gestreckt wurde. Achtet auf folgende Labels:
• 100 % rein & kaltgepresst (native): Nur so bleiben alle Vitamine erhalten.
• Bio-Zertifizierung: Frei von Pestiziden.
• Kosmetisches vs. kulinarisches Öl: Für Haut und Haar solltet ihr kosmetisches Arganöl wählen.
Das kulinarische Öl wird aus gerösteten Nüssen gepresst – es riecht zwar lecker nussig, verliert durch die Röstung aber ein paar der wertvollen Pflegestoffe. Kosmetisches Arganöl riecht anfangs leicht säuerlich-nussig, der Duft verfliegt aber nach wenigen Minuten auf der Haut.
Mein Fazit: Lohnt sich der Kauf?
Es ist echtes Multitasking-Talent, das jeden Cent wert ist.
Habt ihr Arganöl schon mal ausprobiert oder habt ihr ein anderes Lieblingsöl für eure Beauty-Routine? Schreibt es mir unbedingt in die Kommentare!
Kleiner Tipp. Bald ist wieder Black Friday. Eine gute Gelegenheit um mal nach hochwertigen Kosmetikprodukten mit Arganöl zu befassen und das ein oder andere Schnäppchen zu erhaschen.
11 thoughts on “Arganöl, die Wirkung auf Haut und Haar”
Ohja ich hatte eine wirklich schöne Zeit =)
Ein sehr schöner und informativer Post.
Ich nutze auch einige Produkte mit Arganöl für Gesicht & Körper und finde die echt immer richtig schön pflegend.
Liebe Grüße
Arganöl ist toll, gerade für längere Haare fast unverzichtbar. Ich pflege mein Gesicht gerne mit Ölen, verwende es allerdings nicht jeden Tag. 2 oder 3 mal die Woche ist für mich optimal. 🙂
Liebe Grüße
Hey,
absolut etwas ganz Tolles was man kennen sollte :). Im Gesicht nutze ich keine Öle, aber im Haar und auf der Körperhaut.
Liebe Grüße!
Arganöl für den Körper finde ich super, für die Haare fände ich das auch, aber meine Haare nicht;). Die entscheiden sich dann, schwer und platt zu werden, auch wenn das Produkt etwas anderes verspricht.
Du hast uns heute viel über Arganöl beigebracht.
Liebe Grüße
Nicole
Liebe Nicole,
ich selber mache es mir gerne in die Haarspitzen, muss jedoch am nächsten Morgen auch die Haare waschen, weil ich die gleichen Probleme habe wie auch du. Ich freue mich, dass ich dir etwas Neues aufzeigen konnte :).
Liebe Grüße!
Wird in den südlichen Ländern schon seit Ewigkeiten für die Hautpflege genutzt und man schwört auf seine Wirkung. LG Romy
Liebe Romy,
das stimmt :)!
Liebe Grüße!
Da geht es mir wie dir! Ich habe auch schon so viel über Arganöl gehört, aber es irgendwie noch nie ausprobiert und mich auch lange gefragt, ob das Öl auch wirklich so gut ist, wie so viele behaupten.
Liebe Christine,
viele Wirkstoffe sind uns doch noch unbekannter und es fehlt vielleicht auch die Zeit sich damit zu befassen.
Liebe Grüße!
Liebe Jenny,
dein Beitrag zu Arganöl ist richtig angenehm zu lesen, weil er diese typische Mischung aus Alltagszweifel und ehrlicher Aufklärung trifft. Genau dieses „Ist das wirklich gut oder nur Hype“-Gefühl hast du am Anfang sehr gut eingefangen und direkt verständlich aufgelöst.
Besonders spannend finde ich die Einblicke in die Herkunft und die aufwendige Herstellung. Das macht sofort klar, warum Arganöl nicht einfach irgendein Beautyprodukt ist, sondern tatsächlich viel Handarbeit und Tradition dahintersteckt. Auch die klare Trennung zwischen Wirkung für Haut und Haare ist sehr übersichtlich und hilfreich erklärt, ohne zu technisch zu werden.
Dein Tipp zur Anwendung auf feuchter Haut ist außerdem genau so ein praktischer Hinweis, den man sich direkt merkt und ausprobieren möchte. Insgesamt wirkt der Beitrag gut recherchiert, aber trotzdem nahbar und nicht überladen.
Vielen Dank für diesen informativen und schön strukturierten Einblick.
Ich wünsche dir einen entspannten und schönen Tag und viel Freude beim weiteren Schreiben deiner Beiträge.
Liebe Grüße,
Saskia Katharina
Von Herzen gern!
Liebe Grüße!